Gehälter in der Elektronikbranche weiter auf hohem Niveau

21. Oktober 2008, 11:57 Uhr | Gudrun Kosche, freie Wirtschaftsjournalistin

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Variable Vergütung liegt weiterhin im Trend

Besonders lukrativ ist neben der ASIC-Branche der Bereich Geräte und Systeme zur Halbleiterherstellung. Wer in der Bauelemente-Bestückung, Cleanroom Automation oder Semiconductor Navigation arbeitet, verdient schon als Absolvent in der Entwicklung 46.000 Euro bis 53.000 Euro pro Jahr. Der Technical Support Manager mit mehr als drei Jahren Erfahrung und Personalverantwortung freut sich über 90.000 bis 103.000 Euro auf dem Gehaltszettel. Bei Geschäftsführern in dieser Elektroniksparte klettert das Gehalt auf bis zu 248.000 Euro jährlich.

Variable Vergütung liegt weiterhin im Trend

Davon werden je nach Position 20 bis 40 Prozent in Form von Boni ausgezahlt. Nicht nur Interconsult zufolge hält der Trend zur variablen Vergütung in der Elektronikbranche unvermindert an. Was Ulrich Thielemann, Wirtschaftsethiker an der Universität von St. Gallen in der Schweiz, für Bankmanager unbedingt abschaffen möchte, weil es die Gier anheize und die Vernunft ausschalte. Das kann in anderen Branchen als dem Bankenwesen durchaus noch Sinn machen.

»Bei durchschnittlich 81 Prozent aller Führungskräfte enthält das Gehalt variable Vergütungsbestandteile, die durchschnittlich 22.000 Euro betragen und 16 Prozent der Jahresgesamtbezüge ausmachen«, berichtet Christian Näser, Vergütungsexperte bei Kienbaum. Die Gummersbacher Managementberatung hat erst kürzlich die Vergütungsstudie »Ingenieure in Führungs- und Fachpositionen 2008« herausgebracht, die auf Angaben von 570 Unternehmen und mehr als 4.800 untersuchten Positionen basiert.

Neu hingegen ist, dass das Instrument der variablen Vergütung auch bei den Fachkräften verstärkt eingesetzt wird. »Während im Vorjahr nicht einmal jede zweite Fachkraft variabel vergütet wurde, kommen heute schon zwei Drittel in den Genuss von leistungs- und erfolgsorientierten Gehaltsbestandteilen«, berichtet Näser. Wichtigste Kriterien, um die Höhe des Bonus festzulegen, sind dabei das Unternehmensergebnis und der Gewinn vor Steuern. Neben den monetären Zusatzleistungen erhalten rund zwei Drittel der Ingenieure eine betriebliche Altersversorgung.

Von Stock Options will heute angesichts der Börsen-Baisse kaum einer mehr etwas wissen. »Aktienoptionen haben weiterhin keine große Attraktivität«, sagt Graf von Reischach. »Sie werden gewährt, angenommen, aber in den meisten Fällen nicht als Einkommensbestandteil angesehen.«

Mehr als bloße Optionen gelten reale Anteile. Die Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg über Equity wird vor allem bei Start-ups großgeschrieben, die sich gute Gehälter angesichts der Börsen-Baisse zwar inzwischen leisten müssten, aber nicht immer können. »Einschnitte im Gehalt können nur durch die Beteiligung am Stammkapital eines Start-ups langfristig aufgewogen werden«, erklärt Dr. Christoph v. Einem, Partner und Rechtsanwalt LL.M. bei der Kanzlei White & Case in München.


  1. Gehälter in der Elektronikbranche weiter auf hohem Niveau
  2. Angststarre in Deutschland
  3. Variable Vergütung liegt weiterhin im Trend
  4. Wer bekommt die Boni?