GlobalFoundries (GF) hat am Standort Dresden einen wichtigen Baufortschritt im Rahmen seines SPRINT-Erweiterungsprojekts erreicht: Die ersten Fundamente für die Erweiterungsgebäude werden betoniert.
SPRINT erweitert den Dresdner GF-Standort mit einem kombinierten Greenfield- und Brownfield-Ansatz. Greenfield steht dabei für komplett neue Fab- und Infrastrukturflächen, während Brownfield die Modernisierung und intensivere Nutzung bereits bestehender Gebäudebereiche und Reinräume beschreibt. Kernstück des Greenfield-Teils ist ein neues Erweiterungsgebäude mit rund 5.800 Quadratmetern Bruttogeschossfläche, das zusätzliche Logistik-, Technik-, Subfab- und Fertigungsflächen schafft. Parallel dazu werden im sogenannten Brownfield die bestehenden Fab-Bereiche mit neuen Boden- und Deckensystemen, erweiterten Medienanschlüssen und modernisierter Automation für zusätzliche Produktion erschlossen.
Insgesamt entstehen durch SPRINT rund 5.000 Quadratmeter neue Reinraum- und Laborflächen. Rund 150 neue oder aufgerüstete Fertigungstools werden im Rahmen des Projekts installiert. 40 Produktionsmaschinen sind bereits vor Beginn der Bauarbeiten im Rahmen einer Layout-Optimierung auf einen neuen Standplatz umgezogen. Statt auf neue Technologieknoten zielt der Ausbau auf höhere Volumina etablierter, energieeffizienter und robuster Plattformen auf 22-Nanometer-Technologie, die insbesondere in Automotive, Industrieautomation, Kommunikationsinfrastruktur und sicherheitskritischen Anwendungen zum Einsatz kommen. Damit leistet das Projekt einen direkten Beitrag zu europäischer Halbleiter-Souveränität und resilienteren Lieferketten.
Ein besonderes Merkmal von SPRINT: Der Ausbau erfolgt parallel zur laufenden 24/7-Produktion in Fab 1. So werden Produktionsbereiche auf die strenge Reinraum-Klassifizierung ISO-5 umgerüstet und neue Medien- und Brückenstrukturen in den Bestand integriert. Vibrationssensible Zonen werden zudem während der Bauphase kontinuierlich überwacht. Bereits in der Vorbereitungsphase waren daher umfangreiche geotechnische Untersuchungen, Genehmigungen sowie die Verlagerung von vier bestehenden Hauptwasserleitungen nötig, um die laufende Fertigung nicht zu beeinträchtigen.
Um Erschütterungen für die bestehende Produktion zu minimieren, kommen ausgewählte Baumaschinen, präzise abgestimmte Logistikfenster und ein engmaschiges Monitoring der Schwingungen zum Einsatz. Die Bauarbeiten werden von GF gemeinsam mit dem Generalunternehmer Exyte und zahlreichen regionalen Partnerunternehmen umgesetzt.
Für Dresden und die umliegende Region bedeutet SPRINT eine nachhaltige Stärkung des Halbleiter-Standorts mit langfristig gesicherten hochqualifizierten Arbeitsplätzen. Gleichzeitig positioniert SPRINT Dresden als Referenz für den geförderten, skalierbaren Halbleiterausbau in Europa.
»Mit SPRINT schaffen wir zusätzliche Kapazitäten für differenzierte Plattformen wie 22FDX – und stärken damit Schlüsselanwendungen von Automotive über Industrieautomation bis hin zu Luft- und Raumfahrt, kritischer Infrastruktur und sicheren Elektroniksystemen, die gerade für die europäische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Zugleich zahlen wir direkt auf die Ziele des Europäischen Chips Acts ein und unterstreichen Dresdens Rolle als zentralen Knotenpunkt im Cluster, Silicon Saxony'«, erklärt Dr. Manfred Horstmann, General Manager und Senior Vice President bei GlobalFoundries.
Noch in diesem Jahr werden mit dem Richtfest, ersten Installationen im Bestandsgebäude und weiteren Schritten beim Ausbau der Automatisierung wichtige weitere Etappen von SPRINT sichtbar. Damit entwickelt sich das Projekt 2026 Schritt für Schritt vom reinen Baufortschritt hin zur produktionsnahen Erweiterung des Dresdner Standorts.