Roadmap: Organische Elektronik an der Schwelle

28. September 2009, 11:00 Uhr | Jens Würtenberg, Elektronik
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Die »Organic Electronics Association« (OE-A) im VDMA hat eine neue Roadmap zur organischen Elektronik herausgegeben. Elektronik-Redakteur Dr. Jens Würtenberg befragte den Geschäftsführer der OE-A, Dr. Klaus Hecker, zum Stand der Dinge.

Elektronik: Herr Dr. Hecker, warum hat sich der VDMA des Themas »Organische Elektronik« angenommen?

Die »Organische Elektronik« ist für viele Maschinenbaubereiche, vom Anlagenbauer, wie z.B. Druck- oder Verpackungsmaschinenhersteller bis zu  Anwendern, die Sensoren, RFID-Tags oder Kopierschutz-Mechanismen etc. nutzen, von großem Interesse. Die OE-A ist Teil des VDMA-Geschäftsbereiches »Innovative Business« - neben »Productronic« und »Mikrotechnik« sowie dem »Deutschen Flachdisplay Forum« (DFF), die ihren Mitgliedern branchenspezifische Dienstleistungen anbieten. Mit dem Bereich »Innovative Business« bietet der VDMA seinen Mitgliedern ein erweitertes Serviceportfolio in Zukunftsbranchen.

Die OE-A hat einen Bericht herausgegeben mit dem Titel: »Roadmap for organic and printed electronic«. Können Sie die aus Ihrer Sicht wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit nennen?

Die organische und gedruckte Elektronik ermöglicht zahlreiche neue Anwendungen, einige Produkte sind bereits am Markt und zahlreiche Anwendungen stehen an der Schwelle von Laboraktivitäten und Prototypen zur Produktion. Hier gibt es einen großen Informationsbedarf; mit der Roadmap unterstützten wir Industrie, Forschung und Politik in der Planung ihrer Entwicklungsaktivitäten und Produkte. Mit der neuen Roadmap zeigt die OE-A auf, welche Anwendungen bereits heute möglich und erhältlich sind und gibt einen Ausblick auf zukünftige Produktgenerationen bis zum Jahre 2025. Als die mittelfristig größten Wachstumsfelder wurden »organische Photovoltaik«, »flexible Displays« und »OLED-Beleuchtung« sowie »Datenspeicher« und »Schaltkreise«, u.a. für RFID-Tags, identifiziert. Die großen technologischen Herausforderungen - die so genannten »red brick walls« - in den Bereichen Materialien, Prozesse und »Device«-Design wurden ebenfalls herausgearbeitet.

In eben dieser Roadmap weisen die Autoren darauf hin, dass es kein Mooresches Gesetz für die organische Elektronik gibt. Inwiefern wäre denn ein solches Gesetz wichtig?

Das Mooresche Gesetz hat in der Siliziumtechnik eine vorausschauende Entwicklung ermöglicht. Die notwendigen Abstimmungen bei der organischen und gedruckten Elektronik sind derzeit komplexer und vielfältiger, da eine Vielzahl von Materialien, Technologien und Prozessen relevant ist. Eine Reduktion auf einen Kernparameter ist derzeit noch nicht möglich. Deswegen sind die Gespräche und Abstimmungen zwischen den Firmen, die innerhalb der OE-A aktiv sind, sehr wichtig, um die Roadmap-Entwicklung entsprechend koordiniert durchzuführen.


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