Oberflächen plasmatieren

Kürzere Prozesszeiten und bombenfester Halt

27. Juni 2021, 12:30 Uhr | Alexandra Chromy
FH Aachen
© FH Aachen

Löten und Kleben, Fügen gehören zum Fertigungsalltag von Rawe Electronic. Saubere Oberflächen sind hierfür essenziell. Dabei setzt Rawe auf die Plasma-Technologie.

Niederdruckplasma bietet viele Optionen, Oberflächen zu behandeln. Neben der Feinreinigung von verschmutzen Bauteilen gibt es Möglichkeiten der Plasmaktivierung von Kunststoffteilen, die Ätzung von PTFE oder Silizium und die Beschichtung von Kunststoffteilen.

Diese Vorteile des Plasmas nutzt die Firma Rawe Electronic nun auch für sich und hat in eine Niederdruckanlage von Diener electronic investiert.

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Die Tetra 150 der Firma Diener electronic GmbH & Co.KG
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Reinigen:

Auch auf den saubersten Oberflächen befinden sich winzigste, mit dem Auge nicht erkennbare Rückstände (z.B. Fette oder Öle). Durch das Plasmareinigen können alle organischen Rückstände von jedem Material entfernt werden.

Somit können Substanzen gereinigt werden, die anschließend beschichtet, beklebt lackiert oder bedruckt werden soll.

Durch die Reinigung und Entfernung der Rückstände können die Materialien perfekt weiterverarbeitet werden.

Aktivieren:

Auch auf gereinigten Oberflächen kann die Haftung von Klebstoffen oder Farben noch schlecht sein, wenn eine geringe Oberflächenenergie gegeben ist. Besonders bei Kunststoffen, Glas und Keramik ist dies der Fall, diese müssen vorbehandelt werden, bevor sie verklebt werden. Dabei werden Anlagerungsstellen für die aufgebrachten Flüssigkeiten geschaffen.

Durch Plasmaaktivierung unter Niederdruck werden auch Kunststoffe sehr gut verklebbar.

Die Aktivierung kann dargestellt werden, indem man ein behandeltes und ein unbehandeltes Werkstück in Wasser taucht. Auf dem unbehandelten Teil bilden sich wie gewohnt Tropfen. Das behandelte Teil wird vollständig mit Wasser benetzt.

Anwendung bei Rawe

Bei einem langjährigen Kunden von Rawe wurde vom Kunststofflieferant der verarbeitete Kunststoff gewechselt, dieses Material hat eine geringere Oberflächenenergie. Somit konnte eine benötigte (Sikaflex-)Verklebung zwischen Kunststoffteil und Aluteil nicht mehr richtig durchgeführt werden, die Teile klebten nicht mehr einwandfrei, es kam zu Reklamationen durch den Kunden.

Um wieder eine Prozesssicherheit zu erlangen investierte Rawe Electronic in eine Plasmaanlage. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten: Seitdem die Kunststoffteile mit dieser Anlage vorbehandelt werden, lässt sich eine hervorragende, dauerhafte Verklebung des Kunststoff- und Aluteils erzielen. Zudem sind die Prozesszeiten kürzer bei gleichzeitiger Gewährleistung der Qualitätssicherheit.

Die Vorteile einer Behandlung mit Plasma auf einen Blick:

  • Reinigung aller vakuumtauglichen Materialien möglich
  • Gleichzeitige Behandlung von vielen kleinen Teilen möglich
  • Reinigung aller Bauteiloberflächen in einem Arbeitsschritt
  • Plasma entfernt Trennmittel
  • Sofortige Weiterverarbeitung möglich, kein Trocknen notwendig
  • Mitarbeiter werden keinen gesundheitsgefährdenden Produkten ausgeliefert
  • Sehr geringe Prozesskosten

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