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Siemens Electronics Assembly Systems

Bestückungsautomaten, die sich anpassen

27. November 2009, 11:08 Uhr   |  Harry Schubert

Bestückungsautomaten, die sich anpassen

Auftragsbezogen werden die neuen SMT-Bestückautomaten der Siplace-SX-Serie hergestellt – für Abnehmer, die eine „atmende” Elektronikfertigung planen. In wenigen Minuten lässt sich die Siplace SX1 mit einem zweiten Portal zur SX2 mit fast doppelter Bestückleistung aufrüsten.

Das Konzept der Siplace-SX-Bestückautomaten ist darauf ausgelegt, eine SMT-Fertigungslinie schnell an Auftragsschwankungen anzupassen. Die Konstrukteure bei der Siemens Electronics Assembly Systems GmbH & Co. KG (www.siplace.com) haben den neuen Bestückungsautomaten mit einem Schnellwechselportal ausgerüstet (Bild), das auf 45°-Schienen läuft. Der Portalantrieb verfügt hierzu über zwei Linearmotoren und zwei Wegsensoren – auch der Kopfträger wird per Linearmotor angetrieben. Alle Informationen über die Konfiguration des Portals, den Bestückkopf und die Kalibrierdaten sind in der Portalelektronik gespeichert. Das hinzugefügte Portal meldet sich selbst automatisch an der Bestückmaschine an und erspart dem Bediener die manuelle Neukonfiguration über Installationsmenüs oder ähnliches. Der Portaleinbau beschränkt sich im Prinzip auf: Öffnen der Gehäuseverkleidung, Entfernen der Anschläge, Einhaken der Portalwanne mit dem Portal, manuelles Verschieben des Portals in die Maschine, Einbau neuer, kürzerer Anschläge, Anschließen der Verbindungskabel, Schließen der Gehäuseverkleidung und Einschalten. Der SX-Bestückungsautomat startet mit einer Kalibrierprozedur und ist direkt danach einsatzbereit.

Portale für Spitzenauslastung mieten

Die Konstruktion des SX-Bestückungsautomaten mit Schnellwechselportalen erlaubt es, die Bestückleistung einer Fertigungslinie schnell an Auftragsschwankungen anzupassen – sowohl nach oben als auch nach unten. Diese Anpassung können aber nicht nur große Fertigungen mit vielen SMTLinien – alle mit Siplace-SX-Automaten ausgerüstet – nutzen, sondern auch kleinere Unternehmen mit nur einer SMT-Linie können davon profitieren. Siemens Electronics Assembly Systems vermietet die Portale auch – monatlich oder vierteljährlich, je nach Bedarf. Damit muss eine SMT-Linie nicht mehr, wie bisher üblich, von vornherein auf die Spitzenauslastung ausgelegt und angeschafft werden, sondern die Investitionskosten können entsprechend der durchschnittlichen Auslastung niedriger ausfallen. Bei Bedarf können zusätzliche Portale angemietet werden, um die Bestückleistung schnell und ohne Umbau der Fertigungslinie zu steigern. Siemens Electronics Assembly Systems spricht sogar von Konzepten, bei denen lediglich die Grundmaschinen (Siplace SX+) ohne Portale gekauft und alle benötigten Portale gemietet werden. Damit können Investitionskosten in Anlagegüter gesenkt werden, die langfristig zum Beispiel über zehn Jahre abzuschreiben sind.

Im Gegenzug steigen die Betriebsausgaben durch die Miete der Portale – variabel, je nach angemieteter Bestückungsleistung. Anders als das Leasing einer Fertigungslinie mit konstanten Leasingraten, lassen sich die Betriebskosten beim Mieten von Portalen der aktuell benötigten Fertigungskapazität anpassen. Beim Leasing wäre die Fertigungslinie wie bisher auf die maximale Bestückleistung hin auszulegen. Die Leasingraten entsprechen somit der Maximalleistung und passen sich nicht an, wenn die Linie nicht voll ausgelastet ist. Das Mietmodell der Portale hingegen verursacht die Mietkosten nur dann, wenn die Leistung auch tatsächlich benötigt wird. Wenn wenig produziert werden muss, genügt es, nur wenige Portale anzumieten – die Betriebskosten der SMT-Linien sinken. hs

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Weniger als 30 min dauert der Einbau eines Schnellwechselportals in einen Siplace-SX-Automaten. Verbleibt beim Portalwechsel von einer Linie zur anderen der Bestückkopf am Portal, so entfällt das Kalibrieren des Kopfes, und der Wechsel geht noch schn

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