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Basis-Wissen zum Thema Ventilatoren

Aktive Gleichrichtung minimiert Netzrückwirkungen


Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Teil 3: Welche Normen sind einzuhalten?

Ventilatoren fallen unter die Gerätegruppe A, zu der neben symmetrischen dreiphasigen Geräten beispielsweise auch Haushaltsgeräte gehören. Je höher die Aufnahmeströme werden, umso schwieriger wird es, die Grenzwerte der Klasse A einzuhalten, da es sich um absolute Grenzwerte handelt (also nicht relativ zur Leistung), welche für die einzelnen Ordnungen des Stromoberschwingungsspektrums definiert sind.

Ab einem bestimmten Aufnahmestrom helfen dann nur noch aktive Filterlösungen. Bei dreiphasigen Geräten sind diese jedoch recht aufwändig und für normale Industrieanwendungen wirtschaftlich nicht attraktiv. Vermutlich deshalb sind dreiphasige Geräte mit Leistungen über 1 kW in der Norm nicht berücksichtigt. Das führt dazu, dass es für dreiphasige Geräte mit Leistungen von 1 bis ca. 10 kW schlicht keine Grenzwerte gibt!

Werden allerdings mehrere Geräte, für die als Einzelgeräte keine Grenzwerte gelten, zusammengeschaltet und der Phasenstrom liegt im Bereich zwischen 16 A und 75 A, gilt eine weitere Norm: EN 61000-3-12 definiert die Grenzwerte für einzelne Ordnungen des Stromoberschwingungsspektrums und die gesamtharmonische Verzerrung des Stroms. Interessant dabei ist, dass die zulässigen Werte von der Netzqualität abhängen. Je „weicher“ die Netze sind – je höher also der komplexe Innenwiderstand des Netzes ist – umso niedriger liegen die Grenzwerte für den Oberschwingungsgehalt des Stromes.

Das ist auch verständlich, denn ein nichtlinearer Strom verzerrt die Spannungsform umso stärker, je höher der Innenwiderstand des Netzes ist. Um dann die Forderungen zu erfüllen, sind auch für klassische dreiphasig versorgte Frequenzumrichter Maßnahmen notwendig. Da man in Industrienetzen in den meisten Fällen von einem niedrigen Innenwiderstand ausgehen kann, gilt nach EN 61000-3-12 für den Oberschwingungsgehalt (des Aufnahmestroms) ein Grenzwert von 48 %.


  1. Aktive Gleichrichtung minimiert Netzrückwirkungen
  2. Teil 2: Verzerrungsblindleistung belastet das Netz
  3. Teil 3: Welche Normen sind einzuhalten?
  4. Teil 4: Drosseln helfen nur bedingt
  5. Teil 5: Vorteile der aktiven Gleichrichtung

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