Passiv-Spezialisten wieder optimistisch

Book-to-Bill-Werte steigen wieder

27. Januar 2026, 08:00 Uhr | Engelbert Hopf
langsam steigender goldener Pfeil nach oben
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Geleerte Lager bei den Kunden lösen immer mehr Folgeaufträge aus, so das Ergebnis einer aktuellen Recherche bei Spezialisten für passive Bauelemente. Das Wort »Aufschwung« will dabei niemand in den Mund nehmen, die Rede ist vielmehr von einer technischen Marktreaktion.

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Wenn in den Antworten von moderaten Zuwächsen für 2026 gesprochen wird, dann sind damit Zuwächse im mittleren bis hohen einstelligen Bereich gemeint. Positiv fällt auf, dass sich 2025 offenbar das Industriesegment erholt hat und man wie etwa Olaf Lüthje, Senior Vice President CRM and Marketing Operations bei Vishay, davon ausgeht, »dass wir 2026 in Europa weiter ein gesundes Wachstum in den meisten Industriesegmenten erleben werden«.

Weniger gut sieht es offenbar weiter im anderen großen Abnahmemarkt, dem Automotive-Segment, aus. »Auch wenn das Bruttosozialprodukt in Europa leicht steigen dürfte«, vermutet Josef Vissing, President und Head of Sales Europe bei TDK Europe, dass »das Automotive-Geschäft eher flach bleiben dürfte«. Ob das mit einem grundsätzlichen Wandel des Käuferverhaltens, der wachsenden Auto-Konkurrenz aus China oder Problemen wie der Nexperia-Krise zu tun hat, wird die Zukunft zeigen.

Wer profitiert vom KI-Trend?

Vom aktuellen KI-Trend profitieren die internationalen Hersteller in erster Linie in Asien, dort vor allem durch die Verwendung passiver Bauelemente in den benötigten Stromversorgungslösungen, und in den USA durch die dort entstehenden KI-Rechenzentren. Wobei sich auch hier 2026 etwas verändern wird, wie Thomas Heel, Director, Head of Global Distribution, EMEA, bei der Yageo Gruppe erläutert: »Die Nachfrage wird besonders in der ersten Jahreshälfte 2026 sehr hoch sein, im zweiten Halbjahr rechnen wir dann mit einer Verlangsamung, weil sich durch Änderungen in der Systemarchitektur die Zusammensetzung der eingesetzten passiven Komponenten verändern wird.«

Kann aus der anfangs geschilderten technischen Markterholung 2026 vielleicht doch noch ein realer Aufschwung entstehen, der durch das Wirksamwerden der Fördermilliarden aus dem Sondervermögen angefacht wird? Maximilian Jakob, Division Director, PIEU, Device Solution Business Division, Device Solution Business Division HQ bei Panasonic, bleibt diesbezüglich optimistisch: »Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass die angekündigten Infrastrukturmaßnahmen zu Wachstum unter anderem in den Bereichen Smart-X, Power Tool und Baumaschinen führen.«

Hoffnung auf Investitionsanreize der Regierung

Guido Renner, Director Strategic Business Segment Components & Sensors bei der Isabellenhütte Heusler, setzt darauf, dass 2026 ein ganzes Bündel von Investitionsanreizen der Bundesregierung, etwa die neu eingeführte degressive Abschreibung von bis zu 30 Prozent, Steuerentlastungen für Unternehmen und gezielte Förderprogramme für Schlüsselbereiche wie E-Mobilität und Mikroelektronik, »die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen wieder verbessern sollten«.

Ob die Investitionen aus dem Sondervermögen wirklich die erhoffte Wirkung für die Elektronikbranche entwickeln werden, darüber ist man sich in der Branche aber nicht einig. Stefan Sutalo, Vice President Product Marketing Passive Components bei Rutronik, plädiert deshalb auch dafür, »dass sich Europa mehr auf Local-for-Local konzentrieren sollte, auch wenn nicht alles hier erzeugt und produziert wird, täten wir sicher gut daran, die eigene Industrie zu stärken und zu stützen«.

Mehr über aktuelle Marktrends im Bereich passiver Bauelemente erfahren Sie in unserem Themenschwerpunkt ab Seite 26 im E-Paper der Ausgabe 1-2/2026.

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