Ungewollte Eingriffe an Steckverbindungen können in Industrieanlagen erhebliche Schäden verursachen. Besonders kritisch sind die Anschlusspunkte von Energieketten. Igus reagiert und stellt eine neue RFID-Lösung für sein Stecksystem „Module Connect“ vor.
Ein Praxisbeispiel zeigt, wie schnell kritische Situationen entstehen können: Bei einem Lebensmittelhersteller streikt die Verpackungsanlage. Der Bediener versucht im Stress eine Lösung zu finden. Dabei trennt er die Steckverbindungen der Energiekette, obwohl er dazu technisch nicht befugt ist. »Solche Eingriffe sind in vielen Betrieben ein ernstzunehmendes und teures Problem, da sie Stillstände und aufwändige Serviceeinsätze verursachen«, berichtet Markus Hüffel, Produktmanager readychain und readycable bei Igus.
Viele Unternehmen suchen daher nach einer einfachen Möglichkeit, sensible Verbindungen besser abzusichern. »Mit dem RFID-Schloss bieten wir erstmals eine nachrüstbare Lösung, die genau hier ansetzt«, erklärt Hüffel.
Igus hat das Add-on speziell für die Energieketten-Steckverbindung „Module Connect“ entwickelt. Das Schloss lässt sich auf die vorhandene Schnittstelle aufclipsen und öffnet nur mit einer autorisierten RFID-Karte. Erste Rückmeldungen aus Kundengesprächen fallen laut Unternehmensangaben positiv aus, vor allem aufgrund der einfachen Integration in bestehende Anlagen.
Das RFID-Schloss besteht aus einem flachen Gehäuse und wird werkzeuglos montiert. Ein Metallbolzen verriegelt die Steckverbindung zuverlässig. Ein integrierter Mikrocontroller prüft, ob eine berechtigte RFID-Karte vorliegt. Des Weiteren können auf Wunsch alle Zugriffe protokolliert werden – das unterstützt Wartung, Dokumentation und Qualitätsprozesse und sorgt für mehr Transparenz im laufenden Betrieb.
Das modulare Stecksystem “Module Connect” ermöglicht es, mehrere Leitungen – von Bus- und Leistungsleitungen über Lichtwellenleiter bis hin zu Pneumatikschläuchen – in einer einzigen, klar strukturierten Schnittstelle zu bündeln. Statt viele Einzelstecker anzuschließen, entsteht ein übersichtliches Modul, das mit nur einem Handgriff verbunden werden kann. Unternehmen sparen so bis zu 80 Prozent Montagezeit und reduzieren gleichzeitig Fehlerquellen. Möglich wird das durch Kontaktelemente, die werkzeuglos per Klick im Gehäuse befestigt werden. Mehrere Gehäuse lassen sich flexibel zu individuellen Schnittstellen kombinieren. Ein einziger Steckvorgang verbindet das gesamte System, sodass zahlreiche Leitungen – etwa 16 oder mehr – gleichzeitig sicher angeschlossen werden können. Fehlbelegungen und Verwechslungen sind praktisch ausgeschlossen.
Das flache, platzsparende Gehäuse ermöglicht eine hohe Kontaktdichte und eignet sich ideal für kompakte Maschinenräume. Unterschiedliche Leitungen werden in einem Modul statt über viele einzelne Stecker übersichtlich zusammengeführt. Jedes Gehäuse lässt sich mit bis zu vier elektrischen, optischen oder pneumatischen Einsätzen bestücken, wodurch das System sehr flexibel konfigurierbar ist. Dank der werkzeuglosen Montage sind Umbauten und Erweiterungen schnell umgesetzt. Energie-, Daten- und Medienleitungen laufen strukturiert an einem zentralen Übergabepunkt zusammen, wodurch das modulare Konzept sowohl für kleine Maschinen als auch für große Anlagen geeignet ist.