Holger Ruban, CEO von Distrelec

»Haben das Poten­zial, einer der Großen zu werden«

26. April 2022, 14:59 Uhr | Karin Zühlke
Distrelec
Holger Ruban, Distrelec: »Wir wollen zu den größeren Playern im Markt aufschließen und das mittlere Segment verlassen. Und die Wachstumszahlen geben uns dafür Rückenwind.«
© Distrelec

Bislang rangiert Distrelec mit 400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 200 Mio. Euro im Mittelfeld. »Dabei soll es nicht bleiben«, verkündet dessen CEO Holger Ruban, seit Oktober 2021 im Amt. »Wir wollen dynamisch wachsen«. Plus 60 Prozent in Deutschland sind ein vielversprechender Anfang.

Markt&Technik: Herr Ruban, wie zu­frieden waren Sie mit dem Geschäftsjahr 2021?

Holger Ruban: Ich bin sehr zufrieden, da wir ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr gehabt haben. In einigen Bereichen sind wir über dem Markt gewachsen. In Deutschland beispielsweise legen wir derzeit deutlich über 60 Prozent zu, in anderen Ländern wachsen wir sogar dreistellig. Natürlich war es auch für uns ein angespanntes Jahr, wie insgesamt in der Industrie.

Dennoch ist es uns aufgrund unseres vorausschauenden Bestandsmanagements gelungen, dass wir jederzeit lieferfähig waren. Das heißt, wir hatten keine Produktreihen, die über längere Zeit ausverkauft waren. Auch haben wir unsere Hausaufgaben in Bezug auf unseren Webshop gemacht.

Wenn Sie von Hausaufgaben beim Webshop sprechen, welche Neuerungen gibt es in dieser Hinsicht – und darüber hinaus?

In puncto Webshop ist jede Menge geplant. Im Laufe des Jahres werden die Kunden immer wieder Fortschritte sehen. Vieles ist sicher nicht ohne Weiteres sichtbar, weil alles, was die Technik betrifft, im Hintergrund abläuft. So haben wir beispielsweise die Geschwindigkeit unseres Webshops weiter beschleunigt. Wir arbeiten außerdem daran, unsere Suche deutlich zu verbessern.

Neuerungen gibt es auch bei der Struktur und dem Account-Aufbau. Wir investieren darüber hinaus auch in dieser Hinsicht in mehr Personal und haben im letzten Jahr unser Webshop-Team mehr als verdoppelt.

Ein zweites Thema, das wir stark puschen, ist der Ausbau unseres Produktspektrums. Bis Ende März haben wir 30.000 neue Produkte aufgenommen. Und im weiteren Verlauf werden es im Schnitt pro Monat circa 10.000 neue Produkte sein.

Wie lauten Ihre persönlichen Ziele als CEO?

Wir wollen auf alle Fälle dynamisch wachsen. Distrelec ist von der gesamten DNA ein extrem spannendes Unternehmen, auch durch unsere Historie. Wir haben das Potenzial, einer der Großen zu werden. Wir wollen jedenfalls zu den größeren Playern im Markt aufschließen und das mittlere Segment verlassen. Und die Wachstumszahlen geben uns dafür Rückenwind.

 

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Wie groß ist der Aktionsradius von Distrelec in Europa? Sind Expansionsschritte außerhalb des Kontinents geplant?

Historisch betrachtet sind wir Marktführer in Skandinavien durch die LA Elfa, aber auch sehr stark in unserem Gründungsland Schweiz, in Italien, Österreich und in Deutschland.  Hier investieren wir signifikant und sehen auch noch weiteres Wachstumspotenzial, wie ich eingangs schon erläutert habe. Darüber hinaus sind wir sehr gut in Osteuropa vertreten; in Benelux und Frankreich sind wir ebenfalls präsent.  Natürlich beliefern wir Kunden auch außerhalb Europas, wenn sie das möchten. Aber wenn wir weiter über Expansion nachdenken, dann ist es erst einmal Europa.

Wir sind sehr dezentral organisiert und arbeiten mit lokalen Offices. In Deutschland beispielsweise ist nach wie vor das Team im Einsatz, das vor vielen Jahren Schuricht war. Zusätzlich bauen wir dieses Team weiter aus. Ähnlich ist es in anderen Ländern wie Schweiz, Skandinavien und Osteuropa. Wir glauben an die dezentrale Struktur und werden diese auch beibehalten. Demzufolge investieren wir auch sehr stark in lokale Märkte, um mit dem lokalen Footprint nahe an den Kunden dran zu sein.

Distrelec ist – so die aktuelle Beschreibung auf Ihrer Website – ein Distributor für den Instandhaltungsbedarf, also MRO, insbesondere elektronische Bauelemente, Automationszubehör und Messtechnik. Wird es bei dieser Spezialisierung bleiben?
Wir haben MRO-Kunden, weil MRO inzwischen sehr viel mit Elektronik zu tun hat. Dadurch überlappen sich die Produktbereiche. Ich sehe auch vom Produktbedarf immer weniger Unterschiede zwischen Design- und MRO-Ingenieur. Wir sind stark bei allen Komponenten, die auf der Platine verbaut werden. Und wir sehen uns als Broadliner. Unsere Stärken sind in der Tat elektronische Bauelemente, Automatisierungszubehör und Messtechnik sowie Elektromechanik, aber wir werden immer mehr auch Lücken im Halbleiter-Segment schließen.
 


  1. »Haben das Poten­zial, einer der Großen zu werden«
  2. Schwerpunkte im Geschäftsmodell

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