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Interview mit Susanne Ertl, Farnell

»Der deutsche Markt ist oft Vorreiter«

29. Oktober 2020, 10:46 Uhr   |  Karin Zühlke

»Der deutsche Markt ist oft Vorreiter«
© Farnell

Susanne Ertl, Farnell: »Die Kunden sollen die Möglichkeiten haben, die für sie passenden Kanäle auszuwählen. Ich glaube schon, dass man an Channels arbeiten muss und stetiger Verbesserungsprozess stattfinden muss, z.B. innerhalb der Website. Nichtsdestotrotz sollten Kunden auch weiterhin anrufen oder ein E-Mail schreiben können.«

Susanne Ertl leitet den Vertrieb von Farnell in der DACH-Region und ist darüber hinaus seit September auch für Osteuropa zuständig. Ein Gespräch über die Bedeutung von Multichannel, Umweltschutz, den Brexit und die Herausforderungen der Pandemie.

Ihr besonderes Anliegen ist es, das Bewusstsein für den Umweltschutz in unserer Industrie zu stärken. Inwieweit ist Farnell da schon Vorreiter?

Jeder kann etwas dazu beitragen. Ich stelle auch fest, dass das Bewusstsein für dieses Thema steigt und bin der Ansicht, man muss diese Chance nutzen. Farnell hat ein umfassendes Recyclingprogramm ins Leben gerufen. Das kommt in Deutschland sehr gut an. Wir achten sehr darauf, dass Verpackungsmaterialien wieder eingesetzt werden. Letztlich geht es natürlich auch darum, Abfall, wo immer es geht, zu vermeiden. Daher nehmen wir an Programmen wie Zero Waste To Landfill teil. Zudem arbeitet Farnell daran, Plastikverpackungen durch umweltfreundlichere Alternativen zu ersetzen. Und schlussendlich achtet unser Entsorgungspartner besonders darauf, dass umweltfreundlich entsorgt wird.

Apropos Alternativen: Muss dann nicht umverpackt werden?

Wir packen ja als Kleinmengendistributor vieles sowieso um, insofern können wir aktiv beeinflussen, welche Materialien verwendet werden. Was wir nicht direkt beeinflussen können, ist das Material das wir von den Herstellern bekommen. Aber wir sprechen das bei unseren Partnern an und wir merken, dass unsere Hersteller hier ebenfalls umdenken. Zumal das Thema auch bei unseren Kunden intensiv diskutiert wird.

Aber Umweltschutz kostet Geld.

Ja das ist richtig. Aber es geht schließlich darum, dass man etwas bewegt, und im Verhältnis fallen die Mehrkosten nicht so sehr ins Gewicht. Unsere Kunden in Deutschland nehmen sehr gerne an unserem Recyclingprogramm teil und wollen einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Markt beobachten, Trends erkennen

Und was sind nun Ihre Aufgaben als Sales Director?

Ich habe die Verantwortung für den Vertrieb in DACH und Osteuropa und sehe eine meiner Hauptaufgaben darin, den Markt zu beobachten, zu verstehen, was am Markt passiert, Entwicklungen und Trends zu erkennen, zuzuhören, um herauszufinden, was unsere Kunden wollen und zukünftig benötigen, um erfolgreich zu sein. In unserer Branche gibt es relativ viele Standards, die Kunden einfach erwarten. Auf der anderen Seite gibt es aber Leistungen, die noch nicht selbstverständlich sind und für die Kunden bereit sind, zu investieren. Für uns geht es darum, die Balance zwischen diesen beiden Anforderungen zu finden.

Wie ist Ihre Position organisatorisch in die Struktur von Farnell eingebettet?

Ich berichte an den President Sales EMEA, Rob Rospedzihowski. Aufgrund seiner Erfahrung und unserer langjährigen Zusammenarbeit weiß er um die notwendige Fokussierung auf DACH und dass der deutsche Markt oft Vorreiter bei bestimmten Themen ist.

Die Krise hat die Distribution hart getroffen. Auch wenn Sie keine konkreten Zahlen nennen – können Sie zumindest eine Tendenz für Farnell aufzeigen?

Unsere Zahlen sind leider zurückgegangen, was aber auch aufgrund der aktuellen Situation zu erwarten war. Das Positive ist, wir konnten und können trotzdem neue Kunden gewinnen und somit unsere Kundenbasis weiter ausbauen. Und dies nicht nur im Medizinbereich, sondern auch in Bereichen wie der Automatisierung oder der Industrie . Alles in allem blicken wir positiv in die Zukunft, auch weil wir das Gefühl haben, dass es sich Schritt für Schritt entspannt.

Wie hat sich die Pandemie auf Ihren Arbeitsalltag bei Farnell in DACH ausgewirkt?

Wir sind Anfang des Jahres von Aschheim bei München an den Avnet-Standort in Poing, ebenfalls nahe München, umgezogen und haben unsere Mitarbeiter mit neuer Hardware inklusive Laptops ausgestattet. Aufgrund der neuen Hardware und der Erfahrungen unserer asiatischen Kollegen mit dieser Situation konnten wir uns darauf einstellen. Wir waren dann sehr schnell in der Lage, unseren Mitarbeitern das mobile Arbeiten anzubieten, und konnten so das Service Level auf unserem gewohnt hohen Niveau halten.

Aktuell ist der Großteil unserer Belegschaft immer noch im Homeoffice; ca. 25 Prozent arbeiten bereits wieder im Büro, selbstverständlich unter Einhaltung der relevanten Hygiene- und Sicherheitsstandards. Wir werden die Büropräsenz Schritt für Schritt aufstocken – immer unter Beobachtung der aktuellen Situation.

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