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BMW reduziert CO2-Abdruck

Wie können Autos nachhaltig sein?

BMW Nachhaltige Materialien CO2-Abdruck Klimawandel
© BMW

Kreislaufwirtschaft, alternative Rohstoffe, nachhaltige Materialen und mehr Recycling - so will BMW das 1,5 Grad Celsius Ziel angehen und dem Klimawandel begegnen. Der CO2-Abdruck eines Autos soll bis 2030 um 40% reduziert sein.

Greenwashing oder nachhaltiger Wandel und ehrliche Geschäftsstrategie? Bei BMW ist Nachhaltigkeit oben aufgehängt. Der Vorstandvorsitzende Oliver Zipse hat gerade die klar definierten C02-Ziele des Konzerns und eine Nachhaltigkeitsstrategie vorgestellt. Die innovativen Ansätze des Konzerns klingen respektabel.

So will BMW den CO2-Fußabdruck seiner Autos reduzieren

  • drastische CO2-Reduktion von 40% pro Fahrzeug bis zum Jahr 2030
  • Einsatz von Sekundärmaterial
  • Prinzipien der Kreislaufwirtschaft
  • Forschung und Entwicklung nachhaltiger Materialien

BMW will einem ganzheitlichen Ansatz folgen und mit bewährten und neuen Materialien beim Autobau den CO2-Ausstoß dauerhaft reduzieren. Während Mercedes bereist auf grünen Stahl setzt, konzentrieren sich die Münchner auf den Innenraum. Der bayerische Autobauer forscht und entwickelt derzeit intensiv an und mit umweltschonenden Rohstoffen. Gleichzeitig forciert das Unternehmen den gezielten Aufbau eines Marktes für Sekundärmaterialien und arbeitet mit Startups und auch langjährigen Lieferanten an zukunftsweisenden Werkstoffen.

BMW Nachhaltige Materialien CO2-Abdruck Klimawandel
© BMW

»Wir setzen neue Maßstäbe für nachhaltige Premiumqualität. Dafür denken wir Materialien neu, legen unseren Fokus noch gezielter auf ressourcenschonende Materialalternativen und erneuerbare Materialien mit einer ausgeprägten Demontagefähigkeit,« sagt Dr. Stefan Floeck, Leiter Entwicklung Karosserie, Exterieur und Interieur, und seit dem 1. September verantwortlich für die Produktlinie MINI und Kompaktklasse BMW. 

BMW hat dazu seine Materialgruppen neu definiert. Deren nachhaltige Eigenschaften sollen alle vier Bereiche der Circular Economy abdecken:

  • neue Denkweisen (Re:Think)
  • weniger Verbrauch (Re-Duce)
  • Weiterverwertung (Re-Cycle)
  • Wiedergebrauch (Re:Use)

Konkret bedeutete das für den Einsatz im Auto:

  • Nachwachsende Rohstoffe
  • Bio-Kunststoffe
  • Vegane Leder-Alternativen
  • Textil-Recycling

Natürliche Rohstoffe integrieren

Der Autobauer will insbesondere mit nachwachsenden und natürlichen Rohstoffen und Materialen arbeiten, um seine Ziele zu erreichen und ein angenehmes Fahrgefühl im Innenraum zu erzeugen. Bisher kamen u.a. in Türverkleidungen Naturfasermatten gepaart mit einer Matrix aus Kunststoff zum Einsatz. Der Mix hat noch weitere Vorteile: Er ist zudem 30% leichter als bisherige Vollkunstoff-Komponenten.BMW forscht mit Partnern zum Einsatz von Fasern wie Hanf, Kenaf oder Flachs und hat zur Stabilität Naturfaser-Gitterstrukturen entwickelt. Durch die Stützstrukturen ist es möglich, die mechanischen Eigenschaften zu erhalten und weiteres Gewicht durch einen reduzierten Materialeinsatz einzusparen.

Zudem forscht der Autobauer mit Holz. Neuartigen Holzschäume mit einer offenporigen Struktur aus fein zerkleinerten Holzpartikeln könnten in Zukunft Akustikschäume ersetzen. Die Festigkeit des Schaums entsteht durch holzeigene Bindungskräfte, die es möglich machen, auf synthetische Klebstoffe zu verzichten. 

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Umweltfreundlicher Kunststoff

In thermoplastischen Bauteilen kommen in allen BMWs bereits heute 100 Prozent Kunststoff-Rezyklate zum Einsatz. Biokunststoffe sollen den CO2-Verbrauch der Materialien weiter senken. So können Kunststoffe mit Naturfaserverstärkung wie Cellulose, Hanf, Holz oder Bambus den Anteil des erdölbasierten Primär-Kunststoffs reduzieren. 

Kaktus zu Leder?

Weiter setzt BMW auf vegane und ressourcenschonende Lederalternativen. Kunstleder mit biobasierten Rohstoffen, 100 Prozent recyceltem Polyester-Textil und Korkpartikeln ermöglichen eine Reduzierung der CO2-Emissionen gegenüber heutigem PVC-Kunstleder um bis zu 45 Prozent.

Auto-Leder aus neuen Quellen: Mit dem Startup Adriano di Marti S.A de C.V. arbeitet BMW an einen nachhaltigen Werkstoff basierend auf Kaktus. Das Material DeserttexTM setzt sich aus pulverisierten Kaktusfasern und einer biobasierten Polyurethan-Matrix zusammen. Eine ebenfalls vielversprechende Alternative zu Leder ist das vollständig recycelbare Mirum TM, das alle Eigenschaften von traditionellem Leder, von Garnen und Schäumen imitiert. Durch die Beteiligung an dem Startup-Unternehmen Natural Fiber Welding stehen der BMW Group neue Möglichkeiten bei der Entwicklung und Umsetzung der pflanzenbasierten Materialoptionen offen.

Textilien – 100 Prozent kreislauffähig

Für BMW-Sitzbezüge sollen zukünftig vorallem synthetische Textilvarianten eingesetzt werden, immer und immer wieder. Bereits aus 100 Prozent recyceltem Material hergestellt können sie immer wieder einem Kreislauf zugeführt und mehrfach verwendet werden. Um das Recycling und die Kreislaufwirtschaft zu vereinfachen will BMW weniger mehrschichtigen und mehr Mono-Materialien verwenden. Zudem setzt die BMW Group neue Techniken ein, um Textilien ein neues Erscheinungsbild zu geben, nutzt 3D-Strukturen, Applikationen, Muster und graphische Elemente und arbeitet an neuem Materialmix für den Serieneinsatz.


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