Schwerpunkte

Forschungsprojekt ProCloud3D

Softwareschutz und Lizenzierung für den 3D-Druck

07. September 2021, 22:53 Uhr   |  Andreas Knoll

Softwareschutz und Lizenzierung für den 3D-Druck
© Wibu-Systems

Im Rahmen des Forschungsprojekts ProCloud3D ist Wibu-Systems für das Thema Know-how-Schutz zuständig.

Wibu-Systems hat sich mit deutschen und chinesischen Industrieunternehmen sowie internationalen Forschungsinstituten wie der RWTH Aachen und der Beijing University of Technology zusammengetan, um im Rahmen des Forschungsprojekts ProCloud3D ein Konzept für die intelligente Produktion zu erstellen.

Additive Fertigung wird dabei im industriellen Maßstab so genutzt, dass sie auch bei nicht vertrauenswürdigen Produzenten erfolgen kann. Die immateriellen, aber wertvollen Vermögenswerte, Entwürfe und Produktionsdaten sind dabei sicher geschützt. ProCloud3D wurde als eines von zwei Projekten ausgewählt, die sowohl vom chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie als auch vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden.

Mit Hilfe intelligenter, vernetzter Maschinen lassen sich heutzutage individualisierte Produkte sowohl in großen Produktionsserien als auch in Kleinstserien herstellen, denn dank der Flexibilität der Maschinen entfällt ein Großteil der Umrüstung und der Konfiguration. Bisher war es für Fabriken lange Zeit rentabel, nur ein Produkt in großen Stückzahlen herzustellen. Doch die industriellen 3D-Drucker bieten neue Möglichkeiten zur Individualisierung, was einerseits die Abhängigkeit von Materialien verringert, aber andererseits die Abhängigkeit von Software, Daten und Connectivity erhöht.

Damit Geschäftsmodelle auf Industrie-4.0-Basis funktionieren, benötigen die Anbieter von Manufacturing-as-a-Service und ihre Kunden neue Plattformen und Infrastrukturen, um die für das System nötigen Datentransaktionen umsetzen zu können. Bei ProCloud3D soll eine ganzheitliche Plattform für die intelligente Fertigung und intelligente Dienstleistungen entwickelt werden, wobei die additive Fertigung als Beispiel dient. Bei der industriellen additiven Fertigung können 3D-Drucker fast jede geometrische Form anhand eines Datenstroms erschaffen, der aus Designdaten und Betriebsanweisungen für die Maschinen besteht. Die im Projekt ProCloud3D geplante Plattform soll zeigen, wie die Daten gemeinsam genutzt, verarbeitet und dabei effektiv und sicher in der Cloud gehandhabt werden können.

Die Plattform umfasst ein Web-Frontend, um die zugehörige Technologiedatenbank nutzen zu können. Die Datenbank enthält grundlegende Daten, Designs und den Programmcode, der für die Produktion der Teile an Ort und Stelle notwendig ist. Diese Daten werden in einer automatisierten Prozesskette übertragen und verarbeitet, bis sie beim 3D-Drucker ankommen, der möglicherweise am anderen Ende der Welt steht. ProCloud3D deckt den gesamten Ablauf ab: vom Kunden, der eine Produktionsdienstleistung bestellt, über die sichere Verarbeitung und Übertragung der nötigen Daten bis hin zu deren Umsetzung in konkrete Arbeitsanweisungen für Anbieter der additiven Fertigungsdienstleistung.

Als Experte für Schutz und Lizenzierung von Software ist Wibu-Systems im Projekt ProCloud3D für den Schutz des gesamten Prozesses vor Bedrohungen aus verschiedenen Richtungen zuständig. Die Daten müssen bei jedem Schritt vom Ursprung bis zum Ziel geschützt werden, um Diebstahl, Fälschung und Industriespionage zu verhindern. Auf dem Schutz der Daten fußt das ganze System: Er soll es ermöglichen, konkrete Aufträge auf einem offenen und freien Markt für Produktionsdienstleistungen zu erteilen und dabei die Kontrolle zu behalten und die Sicherheit bei der Abwicklung korrekter Rechnungen zu gewährleisten.

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