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Studie belegt Aufholpotenzial

Nur sehr wenige der deutschen Unternehmen sind bereit für KI

Avanade KI
Unternehmen sollten den Einsatz von KI zügig anpacken, um in Zeiten fortschreitender Disruption von deren Potenzial zu profitieren.
© RS-Studios/Adobe Stock

Künstliche Intelligenz kann jetzt zum Zeitpunkt der Disruption durch die Corona-19-Pandemie die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen verbessern – zu diesem Schluss kommt eine von Avanade beauftragte Studie. Aber aktuell sei nur ein sehr kleiner Teil der befragten Unternehmen vollständig KI-bereit.

Die Unsicherheiten hinsichtlich der Auswirkungen von KI auf den Menschen haben in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Dennoch: Die meisten Unternehmen ringen noch immer damit, wie sie KI implementieren können, um sinnvolle und nachhaltige Geschäftsergebnisse zu erzielen – das hat eine Studie ergeben, die von Avanade Deutschland, einem Anbieter von digitalen Services, Business- und Cloud-Lösungen sowie designorientierten Anwendungen, beauftragt wurde. 

Die Erhebung für die Studie wurde in einem Zeitraum von 2018 bis 2020 vom Marktforscher Vanson Bourne vorgenommen. Befragt wurden 1.700 Entscheidungsträger aus den Bereichen Personal, operativer Geschäftsbetrieb, IT, Marketing, Service und Support und anderen Führungspositionen, darunter auch Vorstands-Mitglieder. In der Stichprobe waren unter anderem Unternehmen aus den Bereichen Produktion & Fertigung, Bank & Versicherungen, Konsumgüter und Einzelhandel vertreten. Befragt wurden Unternehmen aus den USA sowie aus Kanada, Großbritannien, Irland, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Italien, Spanien, Japan, Singapur, Australien und den sogenannten Nordics. 

Wie KI anpacken – Unternehmen ringen noch

Die Untersuchung von Avanade hat gezeigt, dass die meisten Unternehmen zwar das Potenzial der KI für einen positiven Einfluss auf ihr Geschäft erkennen; viele Führungskräfte haben aber nach wie vor Schwierigkeiten, die Technologie erfolgreich zu implementieren.

Zu KI-Strategien befragt, gaben 95 Prozent aller Befragten (Deutschland: ebenfalls 95 Prozent) an, dass sie für KI erfolgskritisch halten. Aber knapp ein Drittel (32 Prozent; Deutschland: 27 Prozent) nennt den Aufbau einer KI-Strategie als eine der drei größten Hürden. Ähnlich viele (35 Prozent, Deutschland: 34 Prozent) setzten auf externe Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Strategie.

Hinsichtlich Talent und Kultur stimmen 80 Prozent (Deutschland: 76 Prozent) der Befragten darin überein, dass die Unternehmenskultur und der Wandel die entscheidenden Faktoren für langfristigen Erfolg von KI sind. 54 Prozent (Deutschland: 39 Prozent) haben jedoch Schwierigkeiten, KI-Talente zu rekrutieren und/oder ihre Kultur zu verändern. Mit zwölf Prozent (international: sieben Prozent) ist in Deutschland zudem die Erwartung größer, dass AI Arbeitsplätze kosten wird.

Zum Aspekt Digitale Ethik herrscht bei 96 Prozent der Befragten weltweit (Deutschland: 91 Prozent) die Meinung vor, dass die Gewährleistung einer digitalen, regelbasierten Ethik notwendig ist, um KI zu implementieren. 66 Prozent (Deutschland: 47 Prozent) sind dabei, entsprechende Vorgaben einzuführen.

Bezüglich des Schlüsselbereichs Technologie und Prozesse interviewt, haben 61 Prozent der weltweit Befragten (Deutschland: 64 Prozent) angegeben, dass sie mit Automatisierung und fortgeschrittener Analytik erste Gehversuche unternommen haben, wobei 35 Prozent der Befragten (Deutschland: 31 Prozent) Computer Vision und 34 Prozent (Deutschland: 34 Prozent) virtuelle Agenten eingesetzt haben.

Und was den Knackpunkt Daten betrifft, gaben 65 Prozent der Unternehmen weltweit (Deutschland: 82 Prozent) an, dass ihre Datenqualität optimiert werden muss, um den Anforderungen an das Management und die Governance der Daten gerecht zu werden.

Nach Meinung von Dr. Robert Laube, der sich als Executive bei Avanade Deutschland mit unterschiedlichen AI-Projekten befasst, sollten sich die Unternehmen unbedingt bereit für den Einsatz für KI machen. Denn wenn eine vollständige Integration von KI gelinge, könne die Kombination aus gesteigerter Produktivität, verbesserter Prozesseffizienz und niedrigeren Betriebskosten eine Rendite von drei Euro je investiertem Euro erzielen.


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