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»KI nicht durch überzogene Vorschriften lähmen«

24. Januar 2019, 09:29 Uhr   |  Karin Zühlke

»KI nicht durch überzogene Vorschriften lähmen«
© vbm

"Wir müssen jetzt aber Gas geben, um vorne dabei zu sein und unsere künftige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat ein neues Papier vorgelegt, in dem sie die wichtigsten Aspekte, Zahlen und politischen Strategien zur Künstlichen Intelligenz bündelt und konkrete Forderungen stellt.

„Weltweit wird momentan mit Hochdruck an neuen Anwendungen und der Weiterentwicklung der Algorithmen gearbeitet. Bayern und Deutschland haben eine gute Ausgangsposition in diesem Rennen, gerade im Bereich der maschinellen Intelligenz. Wir müssen jetzt aber Gas geben, um vorne dabei zu sein und unsere künftige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft betont seit 2016 die Bedeutung der intelligenten Nutzung von Daten für die Unternehmen und die Gesellschaft im Ganzen. Demnach muss sich der Freistaat als europäische Leitregion für Big-Data- beziehungsweise KI-Technologien und -Anwendungen positionieren. Der Zukunftsrat erwartet alleine durch Big-Data-Anwendungen ein zusätzliches jährliches BIP-Wachstum von rund 0,3 Prozentpunkten in Deutschland.

Die Forderungen der vbw sind vielfältig: So müssen Strategien für den Umgang mit Daten, Auswertungsverfahren und neuen Anwendungen in enger Kooperation zwischen Staat, Wissenschaft und Wirtschaft festgelegt werden. „Der Forschungsstandort muss gestärkt werden. Die Planungen des Freistaats gehen in die richtige Richtung. Die Forschungsergebnisse und erprobte Anwendungen müssen in die Breite getragen werden. In einem ersten Schritt muss das Bewusstsein für die Potenziale geweckt werden. Best-Practice-Beispiele spielen eine zentrale Rolle. Gerade kleine und mittlere Unternehmen müssen die Möglichkeit haben, für sie passende Anwendungen auszuprobieren oder in einem Innovations-Shop zu testen und von der Stange zu kaufen“, zählt Brossardt einige Punkte auf.

 Besonders wichtig ist der vbw ein innovationsfreundlicher Rechtsrahmen, der auf unnötige neue Regulierung verzichtet, etwa im Haftungsrecht oder hinsichtlich einer Offenlegung von Algorithmen. „Wir dürfen KI und neue datengetriebene Geschäftsmodelle nicht durch überzogene Vorschriften lähmen – sonst werden sie anderswo entwickelt und zur Marktreife gebracht. Sachdaten müssen frei von Regulierung bleiben: Hier ist das Vertragsrecht die beste Lösung“, so Brossardt.    

Das Papier steht unter www.vbw-bayern.de zum Download bereit.

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