Touchdisplay-HMIs auf der electronica

Geeignet für vieles, aber nicht für alles

11. November 2022, 15:20 Uhr | Andreas Knoll
PCAP-Touchpanels lassen sich auch im Freien einsetzen – hier an einer Tankstelle.
PCAP-Touchpanels lassen sich auch im Freien einsetzen – hier an einer Tankstelle.
© Schurter AG

Auf der electronica lassen sich die aktuellen Trends bei industrietauglichen, mobilen und stationären Touchdisplay-HMIs begutachten. Doch welche sind das? Experten aus drei Unternehmen geben ihre Einschätzungen.

Rolf Klingler, Vertriebsleiter der Elma Electronic GmbH in Pforzheim: SpaceX hat es mit dem Raumschiff „Crew Dragon“ gezeigt: Touchdisplays sind auch dort angekommen, wo Toucheingaben bislang zu ungenau und zu fragil erschienen. Folgerichtig verzeichnen wir eine verstärkte Nachfrage nach Touchdisplays, die anspruchsvolleren Umgebungsbedingungen zuverlässig und fast unverwüstlich standhalten müssen.

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Klingler Rolf
Rolf Klingler, Elma Electronic: »Touchdisplays verschmelzen tatsächlich mit elektromechanischen Bedienelementen.«
© Elma Elctronic

Operative Temperaturbereiche bis +85 °C sind ebenso keine Seltenheit mehr wie Outdoor-Helligkeiten bis 1000 nits. Auch die Bedienbarkeit mit Handschuhen oder sogar Flüssigkeitserkennungen sind gefragte Eigenschaften. Als Spezialwünsche wurden zuletzt Sonderformen von Frontgläsern, Hinterdruckbarkeit mit Kundenlogos oder auch die Notwendigkeit, Touchflächen zugunsten von Schaltelementen über das Display hinaus zu erweitern, an uns herangetragen. All das ließ sich auch umsetzen. Außerdem verschmelzen Touchdisplays tatsächlich mit elektromechanischen Bedienelementen.

Fleischer Frank
Frank Fleischer, Rafi: »Mechanische Eingabeelemente wie etwa Taster oder Drehgeber lassen sich direkt auf Touchscreen-Oberflächen platzieren.«
© Rafi

Frank Fleischer, Head of Technology & Innovation bei Rafi: Rafi zeigt eine Vielzahl von Lösungen, um aus einer herkömmlichen Toucheingabe eine multimodale Bedienlandschaft zu schaffen. Dabei unterstützen die aktuellen Touchscreen-Lösungen des Unternehmens sowohl eine Krafterkennung auf der Oberfläche als auch ein prägnantes haptisches Feedback. Um ein individuelles und an die Endanwendung angepasstes taktiles Feedback zu ermöglichen, bietet Rafi eine eigens entwickelte Haptik-Library an. Außerdem werden die beiden Welten Toucheingabe und elektromechanische Eingabe sinnvoll kombiniert. Hierzu platziert Rafi unterschiedliche mechanische Eingabeelemente wie etwa Taster oder Drehgeber direkt auf der Touchscreen Oberfläche. Dies ermöglicht eine greifbare Taktilität und präzise Eingabe und ermöglicht zudem eine Blindeingabe, die mehr Bediensicherheit beim Steuern von Maschinen und Anlagen mit sich bringt.

Maurer Roland
Roland Maurer, Schurter: »Das Optical-Bonding-Verfahren wird verstärkt für Industrieanwendungen eingesetzt.«
© Schurter

Roland Maurer, Product Manager Input Systems bei Schurter: Das Optical-Bonding-Verfahren, die Verbindung des Displays mit der Fronteinheit ohne Luftspalt, wird verstärkt für Industrieanwendungen eingesetzt. Optical Bonding vereinfacht die mechanische Integration, erhöht die Robustheit und verbessert die Lesbarkeit der Displays. In Verbindung mit dem Einsatz UV-stabiler Materialien ist dies auch die optimale Lösung für Outdoor-Applikationen.

Ein weiterer Trend ist der Einsatz von E-Paper-Displays mit der Besonderheit der vollflächigen Lichtleiter-Integration.

Für mobile Touchdisplay-HMIs wurde ein neues hochtransparentes und bruchfestes Kunststoffmaterial aus einem Komposit mit PMMA und PC qualifiziert und wird bei mobilen Anwendungen und in der Lebensmittelindustrie eingesetzt.

Elma Electronic: Halle B3, Stand 361
Rafi: Halle A2, Stand 341
Schurter: Halle B5, Stand 201


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