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Universitätsklinikum Freiburg

MRT in der Zahnmedizin: Ist das Röntgenbild bald passé?

Bisher war das diagnostische Verfahren der Zahnmedizin das Röntgen. Nun wurde ein vielversprechender Schritt in Richtung strahlungsfreie Ersatzmethode gemacht.
Bisher war das diagnostische Verfahren der Zahnmedizin das Röntgen. Nun wurde ein vielversprechender Schritt in Richtung strahlungsfreie Ersatzmethode gemacht.
© koya979 - Shutterstock

Ärzte und Forscher des Universitätsklinikums Freiburg haben es geschafft, mit Magnetresonanztomographie schnell und vor allem strahlungsfrei hochauflösende 3D-Bilder für zahnmedizinische Zwecke anzufertigen. Langfristig planen sie mit ihrer Methode die Röntgendiagnostik abzulösen.

Etwa 48 Millionen Aufnahmen pro Jahr oder in anderen Worten: mehr als neunzig Mal pro Minute. So häufig fertigen Zahnärzte in Deutschland ein Röntgenbild vom Kiefer oder dem Gebiss ihrer Patienten an. Forscher des Universitätsklinikums Freiburg haben eine Methode entwickelt, mit der diese Untersuchungen auch strahlungsfrei über Magnetresonanztomographie (MRT) möglich wird. Die muss der Patient aber im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal schlucken: Um die für zahnmedizinische Untersuchungen notwendige Auflösung zu erreichen, muss das MRT-Signal verstärkt werden. Möglich ist das mit einer einfachen, passiv arbeitenden und verkabelungsfreien Doppelspule aus Metall, die über den zu untersuchenden Bereich intraoral gestülpt wird.

Der Patient muss die Doppelspule also in den Mund nehmen. Die Unannehmlichkeit lohnt sich aber, denn das Signal lässt sich damit lokal zehnfache verstärken. Das Resultat ist eine Messauflösung von etwa 0,3 Millimeter, was in etwa der Auflösung eines Röntgenbildes entspricht. Anders als bei der Röntgendiagnostik ist im MRT-Bild aber nicht allein das Hartgewebe (Zähne, Knochen), sondern auch das Weichgewebe (Zahnfleisch, Nervenbahnen) erkennbar.

Magnetresonanztomografie statt Röntgendiagnose

Als »Durchbruch in der zahnmedizinischen Bildgebung« vermeldete das Universitätsklinikum die Arbeit ihrer Radiologen und Zahn-, Mund- und Gesichtschirurgen. Die Radiologie des Universitätsklinikums ist ein Teil der langgezogenen Häuserbauten mit rote
© B. Schilling - Universitätsklinikum Freiburg
Diese Doppelspule sorgte für den Durchbruch, nachdem bereits erfolglos versucht wurde, MRT-Signalen mit Einfachspulen zu verstärken.
© Ludwig et al./Scientific Reports
Konkret geht es um die Verstärkung des magnetischen Wechselfeldes des MRTs (und nicht um das starke statische Feld zur Ausrichutng der Kernspins). Das Forscherteam um den Gruppenleiter Dr. Jan-Bernd Hövener an der Klinik für Radiologie des Universitä
© Ludwig et al./Scientific Reports

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»Die neue Methode trägt wesentlich dazu bei, dass die Magnetresonanztomographie in Zukunft die konventionelle Röntgendiagnostik in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ersetzen wird«, ordnet Prof. Katja Nelson den Nutzen des neuen Bildgebungsverfahrens ein. Mit ihrer Arbeitsgruppe wies die Oberärztin für Mund-, Kiefer-, und Gesichtschirurgie des Freiburger Universitätsklinikums den Nutzen der Methodik für die postoperative Diagnostik nach. »Vor einer Operation können wir Kieferknochen, Gefäß- und Nerven-Stränge und das umgebende Weichgewebe darstellen und so bei der Operation besonders schonend vorgehen, ohne den Nerv zu treffen«, erläutert Nelson weiter.

Die Doppelspule für das bereits patentierte Dental-MRT-Verfahren wurde von Radiologen des Universitätsklinikums um den Gruppenleiter Dr. Jan-Bernd Hövener entwickelt.

Veröffentlicht wurden die Methode im Fachmagazin Scientific Reports unter dem Titel »Dental MRI using wireless intraoral coils«.


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