Schlüsseltechnologie Supraleiter

Subra integriert THEVA und setzt auf industrielle Skalierung

15. April 2026, 08:34 Uhr | Heinz Arnold
Aufbau eines Hochtemperatur-Supraleiterkabels
Aufbau eines Hochtemperatur-Supraleiterkabels
© KIT

Die dänische Subra, die Supraleiterkabel für die verlustfreie Energieübertragung entwickelt, hat THEVA übernommen, Hersteller von Hochtemperatur-Supraleiter-Drähten, um einen europäischen Supraleiter-Champion etablieren.

Schon zuvor war Subra war zuvor schon ein langjähriger Partner von THEVA gewesen. Jetzt können beide Unternehmen ihre Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Hochtemperatur-Supraleitern bündeln, ihre Position im Markt für Hochleistungs-Supraleiter deutlich ausbauen und eine Schlüsselrolle in der zukünftigen europäischen Energieinfrastruktur einnehmen. Im Fokus stehen Anwendungen in Energiesystemen, industrieller Infrastruktur sowie in der Forschung.

Mit dem Zusammenschluss entsteht ein integrierter Anbieter, der die gesamte Wertschöpfungskette von supraleitenden Materialien bis hin zu einsatzfähigen Energiesystemen abdeckt – und damit eine Schlüsselrolle in der zukünftigen europäischen Energieinfrastruktur einnehmen könnte.

 Die Transaktion wurde durch eine Series-A-Finanzierung in Höhe von rund 40 Millionen Dollar ermöglicht. Zu den Investoren zählen unter anderem SPRIND, Maj Invest sowie Novo Holdings als federführender Kapitalgeber. Subra und THEVA arbeiteten bereits zuvor eng zusammen.

 Der Zusammenschluss erfolgt vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Eine in Europa verankerte Produktion in einem strategischen Technologiefeld soll die Resilienz der Lieferketten stärken und zur technologischen Souveränität beitragen. Künftig wird das Unternehmen seinen Hauptsitz in Dänemark haben, gleichzeitig aber die bestehenden deutschen Standorte weiter ausbauen, um Produktionskapazitäten zu skalieren und internationale Kunden zu bedienen.

 »Wir bringen zwei Pioniere an der Spitze der Supraleitertechnologie zusammen, um eine hocheffiziente Plattform zu schaffen«, sagt Anders C. Wulff, CEO von Subra. »Gerade in einer Phase, in der die europäischen Energiesysteme unter Druck stehen, stärken wir mit gebündelten Technologien unsere Fähigkeit, innovative Lösungen für die Energiewende zu entwickeln.«

Auch bei THEVA sieht man große Chancen in der Integration. CEO Lars Ruppert betont die industrielle Stärke des Unternehmens: »THEVA verfolgt einen einzigartigen technischen Ansatz bei der Herstellung von Supraleitern. Diese Kompetenz bildet eine ideale Grundlage für die Weiterentwicklung von Prozessen, Produkten und Anwendungen.«

Beide Unternehmen verfügen über komplementäre Schlüsseltechnologien: THEVA entwickelt und produziert Hochtemperatur-Supraleiter-Bänder, während Subra auf deren Integration in leistungsfähige Kabelsysteme spezialisiert ist. Die Kombination dieser Fähigkeiten soll eine skalierbare und wettbewerbsfähige Fertigung ermöglichen.

 »Die Verbindung dieser Technologien kann bahnbrechende Auswirkungen haben«, erklärt Rafael Laguna de la Vera, Leiter der SPRIND. »Sie reicht von der Entlastung der Stromnetze durch verlustfreie Übertragung bis hin zur kommerziellen Nutzung der Kernfusion.«

Subra beschäftigt aktuell mehr als 40 Spezialisten und hat sich auf die Entwicklung von Supraleitern für Energie- und Fusionsanwendungen fokussiert. THEVA bringt über 30 Jahre Erfahrung in der Materialwissenschaft und rund 60 Mitarbeiter ein. Das Unternehmen gilt als Pionier in der industriellen Fertigung hochleistungsfähiger Supraleiter und schlägt die Brücke zwischen Forschung und Anwendung.

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