Ein Meilenstein auf dem Weg zum supraleitenden Kabel in München: Die Stadtwerke München (SWM) und der Kabelhersteller NKT haben einen Letter of Intent unterzeichnet, um ihre erfolgreiche Zusammenarbeit am Kabelprojekt »SuperLink« fortzuführen.
Die Stadtwerke München (SWM) und der dänische Kabelhersteller NKT haben einen Letter of Intent (LoI) unterzeichnet, um ihre Zusammenarbeit am Innovationsprojekt »SuperLink« fortzusetzen. Die Vereinbarung bildet die Grundlage für die Verhandlungen über einen kommerziellen Vertrag und markiert einen entscheidenden Schritt hin zum praktischen Einsatz supraleitender Hochspannungstechnologie im innerstädtischen Raum.
SuperLink ist ein innovatives supraleitendes Hochspannungskabelsystem für die Energieübertragung mit hoher Leistungsdichte und ermöglicht den Transport großer Strommengen durch ein besonders kompaktes Kabeldesign.
Kabellänge: bis zu 15 km
Leistung: 500 MW
Spannungsebene: 110 kV
Installation: besonders kompakte Bauweise zur Reduzierung von Tiefbauarbeiten
Standort: Einsatz zur Stromübertragung in einem engen urbanen Korridor im Zentrum Münchens
Kühltechnik: HTS-System mit flüssigem Stickstoff zur Minimierung elektrischer Verluste und für hohe Leistungsübertragung auf kleinstem Raum
Kern des Projekts ist eine neuartige 110-kV-Stromverbindung, die speziell auf die Anforderungen wachsender Metropolen zugeschnitten ist. Ziel ist es, steigende Energiebedarfe trotz begrenzter Flächen effizient zu bedienen. Das geplante Kabelsystem soll im Münchner Stadtgebiet installiert werden und dort eine leistungsstarke, zugleich platzsparende Alternative zu konventionellen Netzausbauten bieten.
Das Vorhaben baut auf einem bereits erfolgreich betriebenen Testsystem auf. In der nächsten Ausbaustufe planen die Projektpartner eine Leitungslänge von bis zu 15 km – ein Wert, der das System zum weltweit längsten supraleitenden Hochspannungskabel machen würde. Die angestrebte Übertragungsleistung liegt bei 500 MW und soll durch einen vergleichsweise engen städtischen Korridor geführt werden.
Technologisch setzt »SuperLink« auf Hochtemperatur-Supraleiter (HTS), die mittels flüssigem Stickstoff auf rund minus 200 °C gekühlt werden. Unter diesen Bedingungen sinkt der elektrische Widerstand praktisch auf null, wodurch Übertragungsverluste nahezu vollständig vermieden werden. Gleichzeitig erlaubt die Technologie eine deutlich höhere Leistungsdichte als konventionelle Kabelsysteme. Redundante Systemkomponenten sollen zudem die Betriebssicherheit erhöhen.
Für urbane Energieversorger adressiert das Projekt zentrale Herausforderungen: steigende Lasten durch Elektrifizierung, begrenzte Flächenverfügbarkeit sowie die Notwendigkeit, Netze resilient und klimafreundlich auszubauen. Supraleitende Kabel gelten dabei als vielversprechender Ansatz, da sie ein optimiertes Verhältnis von Übertragungskapazität zu Bauraum bieten.
»Die SWM beschreiten hier einen weltweit einzigartigen Weg in der Hochspannungskabeltechnik«, sagt Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer der SWM. Die Vereinbarung mit NKT sei ein zentraler Meilenstein, um die Technologie in München zur Anwendung zu bringen und die Zukunftsfähigkeit des Netzes zu stärken.
»Wir freuen uns, den nächsten Schritt in unserer Zusammenarbeit mit den Stadtwerken München beim SuperLink‑Projekt zu gehen. Der Letter of Intent unterstreicht unser gemeinsames Engagement für Innovation und die Energiewende und bringt uns einem kommerziellen Vertrag für eines der fortschrittlichsten Kabelsysteme weltweit deutlich näher«, sagt Anders Jensen, Chief Technology Officer von NKT.
Die Verhandlungen zwischen beiden Partnern werden nun fortgeführt. Ziel ist ein verbindlicher Vertrag, der den Weg für die Realisierung eines der weltweit fortschrittlichsten Hochspannungskabelsysteme ebnen soll.