Sensorik- und Messtechnik-Ausblick 2022

»Wir hoffen auf die Umsetzung des Koalitionsvertrages«

12. Januar 2022, 14:16 Uhr | Nicole Wörner
Dr. Thomas Simmons, AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V.:
© AMA Verband

Material- und Lieferengpässe belasten auch die Sensorik- und Messtechnik-Branche. Dennoch hat sie sich im vergangenen Jahr durchaus stabil gezeigt. Der AMA Verband hofft auf einen weiteren Aufwärtstrend in 2022, denn auch die Politik will Schlüsseltechnologien weiter fördern und unterstützen.

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Dr. Thomas Simmons, AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V.:

»Als Verband beobachten wir die wirtschaftliche Entwicklung unserer Branche sehr genau. Im Jahr 2020 gab es pandemiebedingt einige Turbulenzen, die bis zur Mitte 2020 anhielten und sich in rückläufigen Umsätzen und einer sich eintrübenden Auftragslage niederschlugen. Diese Entwicklung kehrte sich bereits zum Ende 2020 wieder um. Im Jahr 2021 befand sich unsere Branche wieder im Aufwind. Im ersten und zweiten Quartal 2021 stieg der Umsatz durch Nachholeffekte stärker als erwartet und die Kurzarbeit ging deutlich zurück. Dabei zeigte sich, dass insbesondere die kleinen bis mittelgroßen Unternehmen (KMU) Umsatz aufholen konnten und im zweiten Quartal 2021 deutlich besser dastanden als die großen Unternehmen der Branche. Seit Mitte 2020 wächst der Auftragseingang der Branche ununterbrochen.

Im dritten Quartal 2021 erwirtschafteten die AMA-Mitglieder ein Umsatzplus von plus minus null Prozent, verglichen mit dem Vorquartal. Vergleicht man die Umsatzentwicklung allerdings mit dem Ergebnis des dritten Vorjahresquartals, ergibt sich ein deutliches Umsatzplus von 25 Prozent. Die Auftragseingänge entwickelten sich positiv mit einem Plus von vier Prozent, verglichen zum Vorquartal. Auffällig dabei ist erneut, dass die KMU im dritten Quartal deutlich höhere relative Änderung der Auftragseingänge meldeten, als die großen Unternehmen.

Einige Abstriche meldeten die AMA-Mitglieder allerdings weiterhin aufgrund von Liefer- und Materialengpässen. Fast 80 Prozent der AMA Mitglieder gaben an, weiterhin unter Materialengpässe durch Lieferanten zu leiden. Die Branche rechnet damit, dass dieser Zustand bis Mitte oder Ende des kommenden Jahres anhalten wird. Die AMA-Mitglieder erwarteten für das vierte Quartal 2021 weiter steigende Umsätze. Bleibt zu hoffen, dass sich die anhaltenden Lieferschwierigkeiten nicht auf die Umsätze auswirken werden.

Für das neue Jahr – oder besser die folgenden Jahre – hoffen wir auf die Umsetzung des Koalitionsvertrages der neuen Bundesregierung, die sich positioniert und Schlüsseltechnologien weiter fördern und unterstützen will. Digitale Schlüsseltechnologien sollen stärker gefördert und die Bedingungen für Start-ups am Technologiestandort Deutschland verbessert werden.

Insbesondere freut uns die Aussage, dass die Regierung auf den Technologiestandort Deutschland setzt und Talente anziehen möchte, um Zukunftsfähigkeit und Wohlstand unseres Landes zu sichern. Messbar gestärkt und gefördert werden sollen Zukunftstechnologien wie die Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Cybersicherheit und Robotik. Das sind die Zukunftsthemen unserer Branche, unserer Partner und unserer Kunden. Ob in der Industrie, der Forschung oder Wissenschaft. Wir freuen uns darauf, einen entscheidenden Teil zum Erfolg beizusteuern.

Zum Abschluss möchte ich den Koalitionsvertrag dann auch noch einmal bemühen, weil man es schöner kaum ausdrücken kann:

»Wir haben Lust auf Neues und werden technologische, digitale, soziale und nachhaltige Innovationskraft befördern. Durch bessere Rahmenbedingungen für Hochschule, Wissenschaft und Forschung wollen wir den Wissenschaftsstandort kreativer und wettbewerbsfähiger machen.«

Die Sensorik- und Messtechnikbranche freut sich darauf, Teil dieser Innovationskraft zu sein und unser aller Zukunft innovativ mitzugestalten.«


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