Rohde & Schwarz auf der electronica 2022

Oszilloskoptechnik der nächsten Generation

15. November 2022, 14:00 Uhr | Nicole Wörner
Rohde & Schwarz
Bereits ab 7600 Euro erhältlich sind die neuen R&S-MXO-4-Oszilloskope von Rohde & Schwarz
© Rohde & Schwarz

Heimspiel für Rohde & Schwarz: Auf seinem Messestand auf der electronica 2022 legt der Münchner Elektronikkonzern besonderes Augenmerk auf die neue Oszilloskopfamilie R&S MXO 4. Auf Basis eines 200-Gbit/s-ASICs für die Signalverarbeitung wartet sie mit einer ganzen Reihe von Branchenneuheiten auf.

Die komplett neu entwickelte Oszilloskop-Serie R&S MXO 4 von Rohde & Schwarz (electronica 2022, Halle A3, Stand 307) umfasst Vierkanal-Modelle mit Bandbreiten von 200 MHz, 350 MHz, 500 MHz, 1 GHz und 1,5 GHz – so weit ist das noch nicht ungewöhnlich. Dafür aber die laut Hersteller derzeit höchste Echtzeit-Aktualisierungsrate von über 4,5 Millionen Messkurven pro Sekunde. Damit stellen die neuen Geräte das Signalverhalten umfassender dar als andere Oszilloskope und ermöglichen es dem Anwender, mehr Signaldetails zu sehen und mehr seltene Ereignisse zu erfassen als bislang möglich. Daraus ergibt sich ein besseres Verständnis von Signalen auf der Bitübertragungsschicht.

Eigenentwickelter 200-Gbit/s-ASIC

Möglich wird dies alles durch einen 200-Gbit/s-ASIC für die Signalverarbeitung – einer von mehreren neuen Bausteinen, die von Rohde & Schwarz selbst entwickelt und erstmals in der R&S-MXO-4-Serie implementiert wurden.

Zudem verfügt die R&S-MXO-4-Serie über einen 12-bit-A/D-Wandler mit hoher vertikaler Auflösung, die durchgehend selbst bei den höchsten Abtastraten zur Verfügung steht. Eine Architektur mit 18 bit vertikaler Auflösung ermöglicht zusätzlich eine Auflösegenauigkeit, die in der Industrie bislang unerreicht ist. Darüber hinaus bietet das R&S MXO 4 laut Hersteller das in dieser Klasse geringste Rauschen und den größten Offset-Bereich von ±5 V mit einer Skalierung von 500 µV/Div. Anwender könnten Gleichstrom- und andere Signale damit genauer analysieren als mit jedem anderen Oszilloskop auf dem Markt.

Tiefster Speicher bereits in der Standardkonfiguration

Neben Bandbreite und Abtastrate ist die Speichertiefe der wichtigste Parameter, von dem abhängt, wie vielseitig sich ein Oszilloskop für die Fehlersuche einsetzen lässt. Ein Oszilloskop mit großem Erfassungsspeicher kann Signale über einen längeren Zeitraum aufzeichnen und ermöglicht die Nutzung der vollen Bandbreite auch bei langsameren Zeitbasiseinstellungen. Mit einem Erfassungsspeicher von 400 MPunkten pro Kanal für alle vier Kanäle gleichzeitig bietet die R&S-MXO-4-Serie standardmäßig die bis zu hundertfache Speichertiefe im Vergleich zu direkten Wettbewerbern. Der höhere Speicher sorgt bei Bedarf auch für zusätzliche Messkapazitäten.

Hochgenauer digitaler Trigger

Der digitale Trigger, mit dem alle Oszilloskope der R&S-MXO-4-Serie standardmäßig ausgestattet sind, war in der Vergangenheit leistungsstärkeren, teureren Oszilloskopen vorbehalten. Mit einer Trigger-Empfindlichkeit von 1/10.000 einer vertikalen Unterteilung lassen sich auch schwer aufspürbare kleine Anomalien auf der Bitübertragungsschicht in Gegenwart stärkerer Signale isolieren.

Schnelle FFT

In der Produktentwicklung müssen Ingenieure Tests und Fehleranalysen häufig sowohl im Zeit- als auch im Frequenzbereich durchführen. Neben Zeitbereichsmessungen bieten die Oszilloskope der Serie R&S MXO 4 eine hervorragende HF-Performance für Spektrummessungen. Als erste Oszilloskope überhaupt führen sie 45.000 schnelle Fourier-Transformationen (FFT) pro Sekunde durch – vergleichbare Oszilloskope schaffen laut Hersteller weniger als 10 FFTs pro Sekunde. Diese Fähigkeit ist bereits im Grundgerät enthalten und sorgt für eine bessere Darstellung von HF-Signalen als mit jedem anderen Oszilloskop dieser Klasse.

Bedienkomfort im Fokus

Bei der Nutzung eines Oszilloskops spielt das visuelle Erlebnis eine wichtige Rolle. Die R&S-MXO-4-Serie punktet hier mit einem kapazitiven 13,3-Zoll-Full-HD-Touch-Display und einer intuitiven Bedienoberfläche. Durch ihre geringe Stellfläche, das flüsterleise, kaum noch hörbare Betriebsgeräusch, eine VESA-Montageschnittstelle und einen Gestell-Einbausatz für die Installation in integrierten Umgebungen fügen sich die neuen Oszilloskope in verschiedenste Arbeitsplätze ein.

Optionen erweitern Funktionen

Rohde & Schwarz bietet eine Reihe von Erweiterungsmöglichkeiten für die neuen Scopes an, unter anderem eine Mixed-Signal-Option mit 16 integrierten digitalen Kanälen, einen integrierten Zweikanal-100-MHz-Arbiträrgenerator, Optionen zur Protokoll-Triggerung und -Decodierung für eine Vielzahl von Standard-Industriebussen sowie weitere Optionen, die den Funktionsumfang des Geräts erweitern.

»Mit den neuen Hardware- und Software-Technologiebausteinen und der neuen Architektur ist unserem Entwicklungsteam ein entscheidender technologischer Durchbruch gelungen«, betont Dr. Andreas Werner, Vice President Oscilloscopes bei Rohde & Schwarz. »Unsere Kunden werden Performance auf einem völlig neuen Niveau erleben, und das zu einem bisher konkurrenzlosen Preis.« 

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