Laut WIPO-Studie fließen weltweit über 10 Billionen US-Dollar in Forschung, Software und geistiges Eigentum – Deutschland liegt international auf Platz drei.
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte wie Forschung und Entwicklung, Software, Marken und Designs gewinnen für die deutsche Wirtschaft zunehmend an Gewicht. Das geht aus einer aktuellen Studie der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) hervor, die gemeinsam mit der italienischen Luiss Business School erstellt wurde. Demnach machten solche Investitionen 2025 einen Anteil von 11,7 Prozent am deutschen Bruttoinlandsprodukt aus – mehr als der Anteil klassischer Sachinvestitionen in Gebäude, Maschinen und Infrastruktur, der bei 10,4 Prozent lag.
In absoluten Zahlen investierten private und öffentliche Akteure in Deutschland 2025 rund 727,9 Milliarden US-Dollar (etwa 640 Milliarden Euro) in immaterielle Vermögenswerte. Damit liegt Deutschland unter den 29 in der Studie untersuchten Volkswirtschaften auf Platz drei – nur die USA und Japan investierten mehr. China fehlt mangels verfügbarer Daten in der Erhebung.
Global summierten sich die Investitionen in immaterielle Werte im vergangenen Jahr auf mehr als 10 Billionen US-Dollar (rund 8,8 Billionen Euro). Seit 2008 sind sie damit mehr als dreimal so schnell gewachsen wie Investitionen in materielle Vermögenswerte. Die Studie sieht darin einen strukturellen Wandel: Immaterielle Werte tragen zunehmend zur Wertschöpfung bei, während das schwache Wachstum bei Sachinvestitionen derzeit vor allem durch KI-bezogene physische Infrastruktur getrieben wird – etwa Rechenzentren, Halbleiter und Energiesysteme.
Zwischen 2015 und 2025 wuchsen die immateriellen Investitionen in Deutschland im Schnitt real um 4 Prozent pro Jahr, materielle Investitionen dagegen nur um 0,1 Prozent. Das stärkste Wachstum unter den sieben betrachteten Kategorien verzeichnete Deutschland bei Ausgaben für Designs, gefolgt von Marken sowie Software und Datenbanken.
Absolut betrachtet fließt das meiste Kapital in Forschung und Entwicklung: Mit einem Anteil von 30,8 Prozent an den nationalen Gesamtinvestitionen liegt Deutschland hier deutlich über dem internationalen Durchschnitt von 20,6 Prozent. Bei Software und Datenbanken hinkt Deutschland dagegen hinterher: Mit 8,2 Prozent Anteil an den Gesamtinvestitionen bleibt das Land klar unter dem internationalen Schnitt von 17,6 Prozent.
Eva Schewior, Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA), wertet die Zahlen als Bestätigung für die Bedeutung von Schutzrechten: Know-how und geistiges Eigentum seien entscheidende Faktoren für internationale Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichen Wohlstand. Dass Deutschland bei den immateriellen Investitionen zu den führenden Nationen zähle, sei ein gutes Signal – Investitionen in materielle Vermögenswerte blieben aber weiterhin zentral.
Quelle: DPMA / WIPO-Studie „World Intangible Investment Highlights 2026 – Better Data for Better Business and Policy"