Digitales MDK-Prüfverfahren

Krankenhaus Reinbek setzt auf Kommunikationsplattform

25. April 2019, 10:00 Uhr | Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift/März
Flur eines Krankenhauses (Symbolbild)
© Designed by Tirachard/Freepik*

Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift hat klinikweit einen hohen Digitalisierungsgrad erreicht. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Nord in Hamburg ist der erste Partner außerhalb des Hauses, mit dem die digitale Kommunikation gelingen soll.

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»Um die Potenziale vollständig auszuschöpfen, wollen wir die Kommunikation mit möglichst allen Stakeholdern komplett digitalisieren«, sagt Laila Wahle, Klinikmanagerin des Akutkrankenhauses der Regelversorgung mit 351 Betten. Der MDK habe selbst ein großes Interesse am standardisierten Datenaustausch und unterstützt das Vorhaben sehr.. Als Kommunikationsplattform für die bidirektionale Kommunikation fungiert die IHE Box des Essener IT-Dienstleisters März Network Services. IHE steht für Integrating the Healthcare Enterprise und ist eine Initiative von Anwendern und Herstellern mit dem Ziel, den Datenaustausch zwischen IT-Systemen im Gesundheitswesen auf Basis definierter Transaktionsprofile zu standardisieren und zu harmonisieren. Die Box ist so gestaltet, dass sie beliebig viele Informationssysteme in den Datenaustausch integrieren kann und so die üblichen Schnittstellenproblematiken löst.

»Vor vier Wochen haben wir den Betrieb aufgenommen und sind dabei, die neuen Abläufe zu etablieren«, so Wahle. Sie verspricht sich vor allem wesentliche Einsparungen an Zeit und Geld. Bisher kam der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) ins Krankenhaus Reinbek. Man hat sich die Fälle im KIS gemeinsam an einem speziellen Arbeitsplatz angeschaut, der MDK hat die Akte per Fax angefordert, die dann in der Klinik aus den IT-Systemen heraus ausgedruckt und per Post oder Kurier an den MDK geschickt wurde. Der hat sie dann wieder eingescannt und geprüft.

Prozesse größtenteils automatisiert

Mit der IHE Box schickt der MDK seine Prüfanzeige bereits digital über die neue Plattform. »Unsere zuständigen Mitarbeiter bekommen eine Nachricht, dass die Anzeige vorliegt, und stellen dem MDK die geforderten Unterlagen als PDF direkt über die Plattform zur Verfügung. Durch die direkte Kopplung an die digitale Patientenakte funktioniert dieses schnell, einfach, ohne Größenbeschränkung und in Echtzeit«, so Wahle. Das reduziere die Bearbeitungszeit und stellt die Vollständigkeit der Dokumente sicher. Der MDK kann die Unterlagen nun direkt in das hauseigene Archivierungssystem übernehmen.

»Mit Hilfe der Lösung können wir die Prozesse ‘Prüfanzeigenversand/Gutachtenversand’ und ‘Unterlagenempfang’ zum größten Teil in der Dunkelverarbeitung abarbeiten«, erklärt Lutz Remshardt, Abteilungsleiter Service/IT beim MDK Nord. Das heißt, ein Großteil der Prozesse verläuft vollautomatisiert. »Dies hilft nicht nur Ressourcen einzusparen, sondern auch Kommunikationsverluste durch Postversand und manueller Bearbeitung zu reduzieren. Das erhöht die Effizienz der Zusammenarbeit deutlich.« (me)

*Bild: Designed by Tirachard/Freepik


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