Sommer-Edition: W-Kompakt Medizintechnik

18. August 2026, 8 Bilder
Fresenius Medical Care: Neue Führung soll US-Delle beheben
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Fresenius Medical Care: Neue Führung soll US-Delle beheben

Zurück nach Deutschland, wo der Dialysespezialist Fresenius Medical Care im zweiten Quartal 2026 mit starken Zahlen und einer strategisch bedeutsamen Personalentscheidung gleichzeitig aufwartete. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 4 Prozent auf 4,86 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis kletterte währungsbereinigt sogar um 23 Prozent auf 569 Millionen Euro und übertraf damit die Markterwartungen deutlich; die bereinigte operative Marge verbesserte sich auf 11,7 Prozent nach 9,9 Prozent im Vorjahresquartal. Der Konzerngewinn sank dagegen leicht um 3 Prozent auf 218 Millionen Euro. Der Haken an den ansonsten starken Zahlen liegt in den USA: Die organischen Dialysebehandlungen gingen dort um 0,9 Prozent zurück – nach einem Minus von bereits 0,4 Prozent im ersten Quartal hat sich der Rückgang damit beschleunigt statt abgeschwächt, bedingt durch schwächere Überweisungsraten von Patienten in die Dialysezentren.

Die wichtigste Personalentscheidung des Sommers

Genau in diesem Spannungsfeld erfolgte die Ernennung von Cassie McLean als neues Vorstandsmitglied. Die Amerikanerin rückte zum 1. August 2026 in den Konzernvorstand auf und übernahm die neu geschaffene Position als CEO Care Delivery, sie verantwortet damit das weltweite Dialyseklinikgeschäft. Die Managerin bringt umfangreiche Branchenerfahrung aus ihrer vorherigen Tätigkeit beim US-Wettbewerber DaVita Kidney Care mit; zu Fresenius Medical Care war sie bereits im August 2025 als Leiterin von Fresenius Kidney Care gestoßen. Ihre zentrale Aufgabe wird es sein, gemeinsam mit CEO Helen Giza die Überweisungsraten in den USA zu stabilisieren und so die organischen Behandlungsmengen im größten Markt des Konzerns wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Trotz der Volumenprobleme in Nordamerika hält Fresenius Medical Care an seiner Jahresprognose 2026 fest: Der Umsatz soll etwa auf Vorjahresniveau bleiben, das operative Ergebnis währungsbereinigt im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.