Sommer-Edition: W-Kompakt Medizintechnik

18. August 2026, 8 Bilder
Healthineers senkt Prognose zum zweiten Mal
© Siemens Healthineers

Healthineers senkt Prognose zum zweiten Mal

Auch bei Siemens Healthineers zeigen sich die Auswirkungen des Umbaus des chinesischen Gesundheitssystems deutlich, hier vor allem im Diagnostikgeschäft: Staatliche Ausschreibungen bevorzugen zunehmend heimische Anbieter, sinkende Erstattungssätze und ein verstärkter Preisdruck belasten die Erlöse, verschärft durch eine parallel laufende Migration auf eine neue Laborplattform. Im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2025/26 (April bis Juni 2026) steigerte der Konzern seinen Umsatz deshalb nur moderat und musste zum zweiten Mal binnen drei Monaten seine Jahresprognose senken. Der Konzernumsatz stieg um 1,8 Prozent auf 5,764 Milliarden Euro, vergleichbar lag das Wachstum bei 2,8 Prozent. Der Nettogewinn verbesserte sich dennoch deutlich auf 669 Millionen Euro nach 552 Millionen Euro im Vorjahresquartal, das Ergebnis je Aktie kletterte auf 0,60 Euro von 0,49 Euro. Die bereinigte operative Marge stieg spürbar auf 19,1 Prozent nach 16,8 Prozent im Vorjahreszeitraum – begünstigt auch durch Zollrückerstattungen.

Im Detail zeigt sich das gegenläufige Bild seiner beiden Geschäftsbereiche: Die Erlöse im Diagnostikgeschäft sanken um 5,5 Prozent, der Gewinn dort halbierte sich nahezu, während sich seine Kerngeschäfte Imaging und Precision Therapy mit einem Wachstum von 5 Prozent robust entwickelten, gestützt von einem soliden Book-to-Bill-Verhältnis von 1,27.

Der Nettogewinn legt trotzdem zu

Für die ersten neun Monate seines Geschäftsjahres weist Siemens Healthineers einen Umsatz von 16,846 Milliarden Euro aus, nach 17,053 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, bei einem auf 1,625 Milliarden Euro gestiegenen Nettogewinn (Vorjahr: 1,556 Milliarden Euro).

Als Konsequenz aus der anhaltenden Schwäche in China senkte der Konzern seine Wachstumserwartung bereits zum zweiten Mal: Statt zuletzt 4,5 bis 5,0 Prozent (ursprünglich sogar bis zu 6 Prozent) rechnet Siemens Healthineers nun nur noch mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 3,5 bis 4,0 Prozent. CFO Jochen Schmitz erwartet hier auch im vierten Quartal einen Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. Gleichzeitig hob der Konzern dank der Zollrückerstattungen seine Ergebnisprognose an und erwartet nun ein Ergebnis je Aktie von 2,35 bis 2,45 Euro – ein Plus von 15 Cent gegenüber seiner bisherigen Prognose.