Akkus für Medizin-Wearables

Das Energiemanagement muss sich anpassen

22. Juni 2018, 9:00 Uhr | Michele Windsor (Ultralife)
Zu Zeiten, als medizinische Geräte nur in Krankenhäusern oder anderen Medizineinrichtungen vorzufinden waren, hatten Entwickler noch einen anderen Ansatz bezüglich des Energiemanagements.
© Vitalworks, Pixabay

Der Wearable-Markt boomt und wird größer, vielseitiger und wandelbarer. Bereits heute verwenden Millionen von Menschen trag­bare Geräte, um ihre Fitness- und Gesundheitsdaten kontinuierlich zu überwachen – eine Herausforderung auch für die Stromversorgung.

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L’Oréal gehört nicht unbedingt zu den Unternehmen, die man auf einer Messe für Unterhaltungselektronik vermutet. Aber der Kosmetikkonzern ist tatsächlich regelmäßig bei der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas dabei. In diesem Jahr stellte das Unternehmen einen smarten UV-Sensor vor. Der kreisrunde, elektronische »UV Sense« hat einen Durchmesser von neun Millimetern und passt damit auf den Fingernagel. Ganz ohne Batterie dokumentiert er von der Fingerspitze aus die aufgenommene Sonneneinstrahlung, sendet diese an ein Smartphone, warnt gegebenenfalls und soll so dazu beitragen, das Hautkrebsrisiko zu verringern. Der Sensor ist ein Beispiel dafür, wie sich der Wear­able-Markt ausweitet: Stand bisher noch die Überwachung chronischer Krankheiten im Vordergrund, erreichen die Anwendungen nun auch präventive Systeme.

Wearable-Geräte können zwar keine Erkrankungen direkt behandeln, doch sie ermöglichen Ärzten und Patienten, auf proaktive Weise damit umzugehen, anstatt nur darauf zu reagieren. Bei einer klinischen Studie im Poole Hospital in Großbritannien zeichneten Epilepsie-Patienten ihre Ernährung, ihren Schlaf, soziale Aktivitäten und ihre Medikamentengabe mithilfe von Armbändern und manuellen Dateneingaben in einer Smartphone-App auf. Sie notierten es, wenn sie einen Anfall hatten, und erlaubten den Ärzten, die kombinierten Daten abzufragen und zu analysieren. Den Ärzten gelang es, Stressmuster, Verhaltensweisen und Lebensstilfaktoren zu identifizieren, die das Risiko und die Häufigkeit von Anfällen begünstigen.

Studien wie diese sind Grundlagen für die Zukunft der ärztlichen Behandlung. Die dem US-amerikanischen Gesundheitsministerium unterstellte Behörde AHRQ berichtet, dass immer mehr Einrichtungen tagtäglich Programme zum Management chronischer Erkrankungen (CDM) einsetzen, die diese neue Technologie nutzen, um Krankenhausaufenthalte zu reduzieren und sich um das Management von Erkrankungen zu kümmern. So kann beispielsweise ein Diabetiker anstatt regelmäßig die Notaufnahme zu besuchen, um bedrohliche Blutzuckerwerte zu prüfen, nun ärztlich unterstützte Wearable-Geräte nutzen, die Aktivitäten für gesunde Blut­zuckerwerte fördern – zum Beispiel eine Ernährungsumstellung, regelmäßige sport­liche Aktivitäten und sorgfältige Verfolgung eingenommener Medikamente. Auch Entwicklungen wie intelligente Kontaktlinsen können Glukosewerte in der Tränenflüssigkeit eines Patienten messen. Die Linsen können eine kontinuierliche Überwachung des Blutzuckerspiegels ermöglichen, falls der Patient vergisst, seinen Blutzucker mithilfe von Fingerkuppen-Tests zu messen.
 

Ultralife
Der 9-V-Li-Ionen-Akku von Ultralife eignet sich auch für den Medizinmarkt.
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  1. Das Energiemanagement muss sich anpassen
  2. Neue Ansätze bei der Stromversorgung
  3. Gerät und Nutzer zuverlässig schützen

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