Neurostimulation à la Elon Musk

Neuralink gesteht Probleme mit Gehirn-Chip ein

13. Mai 2024, 13:35 Uhr | mit Material von dpa (uh)
Medizinelektronik Gehirn-Implantat Neuralink Elon Musk Peter Thiel Investor
© Neuralink

Bei der Premiere von Elon Musks Neuro-Chips am Menschen gab es offenbar Probleme. Die Medizintechnikfirma Neuralink bestätigte auf Recherchen des »Wall Street Journals«: einige Elektroden lösten sich schon kurz nach dem Eingriff vom Gehirn, erst ein Software-Update schaffte Abhilfe.

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Elon Musks Firma Neuralink, die sich auf Gehirn-Implantate spezialisiert hat, hatte gleich bei der Premiere mit Problemen zu kämpfen. Beim ersten Patienten lösten sich in den Wochen nach der Operation im Januar einige der Elektroden vom Gehirn des Mannes. Daufhin wurde die Software angepasst. Erst nachdem das »Wall Street Journal« davon erfuhr und nachfragte, machte Neuralink das Problem in einem Blogbeitrag öffentlich.

Neuro-Implantat für Querschnittsgelähmte

Das Implantat von Neuralink ermöglicht es, ein Smartphone und andere Technologien allein durch Gedanken zu steuern. Im Mai 2023 erhielt das Unternehmen die Erlaubnis, das runde, flache Implantat in einer klinischen Studie an Menschen zu testen, nachdem es zuvor an Affen getestet worden war. Das Implantat besteht aus 1024 Elektroden, die mithilfe einer extrem feinen Nadel von einem Roboter mit dem Gehirn verbunden werden. Für die klinische Studie suchte Neuralink nach Patienten mit Tetraplegie, einer Querschnittslähmung, die die Beine und Arme betrifft.

Wenn Menschen eine Bewegung ausführen, wird ein bestimmter Bereich im Gehirn aktiv. Die Elektroden erfassen diese Signale und ermöglichen es, einen Cursor am Computer allein durch Vorstellungskraft zu steuern. Der erste Patient mit dem Neuralink-Implantat kann laut dem Unternehmen im Internet surfen, Schach spielen und das Videospiel »Mario Kart« spielen.

Bedienung verzögert und weniger genau

Aufgrund der abgelösten Elektroden sank zunächst die Präzision und Geschwindigkeit der Cursor-Bedienung, gab Neuralink an. Als Reaktion darauf wurde der Algorithmus zur Erkennung der Gehirnaktivität empfindlicher gemacht und die Technologie verbessert, die die Bewegungen des Cursors überträgt. Nach der Anpassung der Software waren die Genauigkeitswerte höher als zuvor, wie in dem Blogeintrag erklärt wurde. Neuralink machte keine Angaben zu den Gründen für die Ablösung der Elektroden. Laut dem »Wall Street Journal« war eine der Theorien des Unternehmens, dass nach der Operation Luft im Schädel verblieben sein könnte. Die Studie wird von der US-Gesundheitsbehörde FDA überwacht.

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Es wird bereits seit Jahren an ähnlichen Hirn-Computer-Schnittstellen geforscht und einige Menschen haben bereits verschiedene Implantate erhalten. Neuralink hat auch mehrere Konkurrenten, die die Technologie ebenfalls kommerziell nutzen wollen. (uh)

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