Förderaufruf für die Medizin der Zukunft

e2Health: Entwicklungspartner für In-silico-Konsortium gesucht

18. Juni 2026, 07:20 Uhr | Elektronik medical (uh)
Der digitale Zwilling als Therapieplaner: In-silico-Modelle überführen Gesundheitsdaten in klinisch nutzbare Vorhersagen.
© Componeers

Computergestützte Modellierung, Simulation und KI-gestützte Verfahren in die klinische Praxis überführen – das ist das Ziel des BMFTR-Förderaufrufs »e2Health«. Das Fraunhofer IESE sucht jetzt Industrie- und Entwicklungspartner mit Datenkompetenz für die Projektskizze des Verbundprojektes.

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Die Medizin der Zukunft wird nicht nur am Patientenbett entschieden, sondern auch im Modell. Computergestützte Simulation, datengetriebene Vorhersagen, digitale Zwillinge – sogenannte In-silico-Methoden haben das Potenzial, Diagnose, Therapieplanung und Prävention grundlegend zu verändern. Mit dem Förderkonzept »e2Health – In silico-Forschung für die Medizin der Zukunft« setzt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) genau hier an: Deutschland soll zum Innovationsstandort für computergestützte Medizin werden – und der Transfer in die klinische Versorgung endlich Fahrt aufnehmen.

Dr. Theresa Ahrens forscht für das Fraunhofer IESE im Bereich Digital Health Engineering und ist eine der wichtigsten deutschen Stimmen in diesem Bereich.

Dr. Theresa Ahrens forscht für das Fraunhofer IESE im Bereich Digital Health Engineering und ist eine der wichtigsten deutschen Stimmen in diesem Bereich.

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Dr. Theresa Ahrens, Leiterin der Abteilung Digital Health Engineering am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) in Kaiserslautern, bereitet aktuell eine Projektskizze für diesen Förderaufruf vor und sucht die richtigen Partner dafür. Ihre Abteilung forscht an verlässlichen KI-Systemen, Dateninteroperabilität und digitalen Patientenzwillingen, also genau an den Technologien, die im Kern der Ausschreibung stehen. Was fehlt, sind Partner aus der Industrie: Unternehmen mit starker Datenbasis, mit Erfahrung in der Modellentwicklung und -validierung, und mit einem Use Case, der klinisch relevant ist – ob in der Risikovorhersage, der Patientenstratifizierung oder der personalisierten Therapie.

Erst Machbarkeit, dann Umsetzung

Das Förderformat ist als zweistufiger Scoutingwettbewerb angelegt. In einer ersten Machbarkeitsphase – bis zu zehn Monate, gefördert mit bis zu 90.000 Euro – entwickeln interdisziplinäre Verbünde ihre Konzepte. Wer überzeugt, erhält die Möglichkeit, das Vorhaben in einer bis zu dreijährigen Realisierungsphase umzusetzen. Das gibt Industriepartnern Planungssicherheit – und die Chance, frühzeitig in ein Projekt einzusteigen, das auf eine reale Versorgungsrelevanz zielt.

Das BMFTR definiert fünf Themenfelder, die in Betracht kommen: computergestützte Vorhersage von Krankheitsverläufen, digitale Zwillinge und patientenspezifische Modelle, KI-gestützte Entscheidungsunterstützung, Therapiesimulation sowie die Optimierung klinischer Prozesse. Ausdrücklich gefördert werden auch Ansätze, die Gender- und Diversitätsaspekte in Trainingsdaten und Modellarchitektur berücksichtigen – kein Nice-to-have mehr, sondern mit Blick auf EU AI Act und MDR zunehmend eine regulatorische Notwendigkeit.

Das Fraunhofer IESE bringt seinerseits Expertise in KI-Absicherung, Robustheit und Unsicherheitsmanagement ein – Kompetenzen, die heute über Marktzulassung oder Ablehnung eines KI-gestützten Medizinprodukts entscheiden können. Wer eine komplementäre Datenbasis oder einen relevanten klinischen Use Case mitbringt, kann sich direkt an Dr. Theresa Ahrens wenden. Am besten direkt, die Einreichungsfrist für Projektskizzen ist bereits der 27. August 2026.

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