Heilind hat Linecard mehr als verdoppelt »Von 20 auf 42 Hersteller«

Stefan Schumacher, Heilind

»Wenn wir ein Produkt auf Lager haben, ist davon auch immer ein gewisser Prozentsatz freies Lager, das nicht allokiert ist.«
Stefan Schumacher, Heilind: »Wenn wir ein Produkt auf Lager haben, ist davon auch immer ein gewisser Prozentsatz freies Lager, das nicht allokiert ist.«

Innerhalb eines Jahres hat Heilinds Linecard für Europa kräftig zugelegt: »Wir haben 22 neue Hersteller aus den Bereichen Steckverbinder, Elektromechanik, Sensorik, Relais und Befestigungstechnik hinzugewonnen«, berichtet Stefan Schumacher, Teamleiter Produktmanagement von Heilind.

Markt&Technik: Wie viele Hersteller hat Heilind in Europa auf der Linecard und auf welchen Gültigkeitsbereich erstrecken sich die Vereinbarungen?

Stefan Schumacher: Wir haben unser Portfolio von 20 auf 42 Hersteller ausgebaut und damit unsere Linecard innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Die Vereinbarungen gelten je nach Hersteller in der DACH-Region, in ganz Europa oder sind auf Osteuropa begrenzt.

Welche bekannten Namen sind zum Beispiel hinzugekommen?

Wir wollen auch in Europa sämtliche Marktführer in unserem Portfolio haben – diesem Ziel sind wir ein großes Stück nähergekommen. Wir haben zum Beispiel auf der elec­tronica mit Harting Verträge für ganz Europa unterzeichnet. Angestoßen wurde diese Zusammenarbeit von unserem Headquarter in den USA. Dort arbeiten beide Firmen schon seit vielen Jahren zusammen.

Auch JAE gehört seit Frühjahr 2019 zu unseren Herstellern. Hierbei handelt es sich um Automotive- und Industriesteckverbinder, die wir in ganz Europa vertreiben. Und seit Anfang des Jahres arbeiten wir mit Zettler Relais für die DACH-Region zusammen. Für ganz Europa gilt unsere Vereinbarung mit Alpha Wire, für die wir Kabel und Litzen vertreiben. Der Hersteller ist seit Ende 2018 bei uns im Programm und führt ein breites Programm für die Industrie- und Automatisierungstechnik.

Sie haben eingangs erwähnt, dass auch speziell für Osteuropa Vereinbarungen mit Herstellern geschlossen wurden. Was genau hat es damit auf sich?

Wir wollen den osteuropäischen Markt erschließen und eröffnen dazu in Krakau einen neuen Standort. Insgesamt sind wir in Osteuropa seit April mit 20 Mitarbeitern vor Ort in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Polen und den baltischen Staaten. Das Team setzt sich aus Innendienst, Einkauf und Außendienstmitarbeitern zusammen, die die Länder jeweils von lokalen Büros aus betreuen. Es wird bekanntlich viel Elektronik in Osteuropa gefertigt; so lag für uns die Expansion nach und in Osteuropa nahe. Wir wollen auch die produzierenden Firmen vor Ort erreichen. Dazu ist eine Beratung und Unterstützung in Landessprache unabdinglich.

Auch in Deutschland hat sich Heilind vergrößert.

Ja, richtig. Wir haben ein Büro in Heimsheim bei Stuttgart eröffnet, um die Lücke in dieser Region zu schließen. Damit sind wir nebst Feldkirchen-Westerham bei München in Troisdorf bei Köln, in Garbsen bei Hannover und eben neu auch in der Region Stuttgart vertreten. Insgesamt beschäftigt Heilind in Europa nun circa 120 Mitarbeiter.

Für Europa hat Heilind auch das Lager erweitert, richtig?

Das ist korrekt. Wir haben unser europäisches Lager, das sich in Rosenheim, Oberbayern, befindet, um etwa 50 Prozent vergrößert. Auch diese zusätzliche Fläche ist bereits gut gefüllt. Weitere Optionen sind denkbar, z.B. für Osteuropa. Aber das muss man dann sehen.
Viele Hersteller haben ihr Distributionsnetzwerk konsolidiert. Heilind scheint das aber nicht im Geringsten zu tangieren.

Heilind ist mit 150 Linien sehr groß auf dem amerikanischen Markt präsent, das eröffnet uns auch in Europa viele Möglichkeiten bei den Herstellern. Wir sind Fachdistributor und wollen natürlich möglichst viel an Kundenwünschen mit bekannten Produkten abdecken. Auch bei den Herstellern kommt die Strategie des Fachdistributors nach wie vor gut an.

Gibt es dadurch nicht zahlreiche Überschneidungen im Programm?

Schlussendlich ist es uns wichtig, alle Bedarfe abzudecken. Zu Überschneidungen kommt es vereinzelt schon, aber der Kunde bestimmt, was er haben möchte.