Hermes Award der Hannover Messe Diesmal drei Nominierungen

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek wird am 31. März in Hannover den Hermes Award an den Gewinner übergeben und die Laudatio halten.
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek wird am 31. März in Hannover den Hermes Award an den Gewinner übergeben und die Laudatio halten.

Die drei für den Hermes Award 2019 nominierten Unternehmen stehen fest. Unter dem Vorsitz von Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, fiel die Entscheidung der Jury auf die Unternehmen ABB Automation Products, Arkite und NanoWired.

Die Verkündung und Auszeichnung des Gewinners erfolgt am Sonntag, 31. März, im Rahmen der offiziellen Eröffnungsfeier der Hannover Messe 2019. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek wird die Laudatio halten und den Preis übergeben.

Auch in diesem Jahr zeichnet die Deutsche Messe AG mit dem Hermes Award als nach ihren Angaben international wichtigstem Industriepreis wieder ein Unternehmen aus, das sich durch einen besonderen technischen Innovationsgrad gegenüber seinen Wettbewerbern hervorhebt. Für den Hermes Award werden demnach ausschließlich industriell erprobte Technologielösungen berücksichtigt. Darüber hinaus fließen sozioökonomische Aspekte in die Bewertung der Jury mit ein. Der Preis wird in diesem Jahr zum 16. Mal vergeben. Während der Hannover Messe können Besucher vom 1. bis 5. April 2019 die nominierten Lösungen im Bereich Research & Technology in Halle 2 begutachten.

ABB Automation Products GmbH, Ladenburg: Bei dem nominierten Produkt „NiTemp“ von ABB handelt es sich um ein Temperaturmessgerät mit nicht-invasiver Sensorik. In der Prozessindustrie werden Temperaturen innerhalb von Rohrleitungen meist invasiv mittels eingebauter Thermometer gemessen, wobei die Rohrleitungen an der Messstelle zu durchbohren sind und zusätzlich ein Schutzrohr einzubauen ist. Im Gegensatz zu bestehenden Messverfahren misst NiTemp die Temperatur an der Oberfläche und macht somit Schutzrohre sowie ein direktes Eingreifen in den Prozess überflüssig. Neben höherer Sicherheit zeichnet sich das System ferner in puncto Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Einfachheit, Temperaturbereich und Reaktionszeiten aus. Weil für die Installation und den Service kein Herunterfahren erforderlich ist, sinken Systemkosten und Investitionsausgaben. Die schon in der Praxis angewandte NiTemp-Temperaturmessmethode findet ihren Einsatz hauptsächlich in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, aber auch in der Gas- und Ölindustrie sowie der chemischen Industrie.

Arkite, Genk – Belgien: Nominiert wurde das „Human Interface Mate“ (HIM) von Arkite – ein neuartiges Bedienerführungssystem, das Mitarbeitern über eine Projektion in Echtzeit Montageanweisungen und Orientierungshilfen gibt und im Falle eines Fehlers vorausschauend warnt. Die 3D-Objekterkennungstechnik führt Mitarbeiter fehlerfrei durch ihren Arbeitsprozess und trägt damit nicht nur zur Effizienzsteigerung bei, sondern verbessert auch die Flexibilität und Qualität von Montageprozessen. Handbücher, Prüflisten oder handschriftliche Protokolle gehören der Vergangenheit an. Wegen des modularen, assistentenähnlichen Charakters der HIM-Software können Projektingenieure ein Montageprojekt ohne Programmierkenntnisse erstellen. Darüber hinaus verringert sich der Schulungsaufwand für neue Mitarbeiter und bei neuen Produkten oder Varianten. Neue Arbeitsplätze lassen sich schneller in Betrieb nehmen. HIM ist in allen Branchen mit manuellen Handhabungsplätzen einsetzbar.

NanoWired GmbH, Gernsheim: Bei der nominierten Lösung „KlettWelding Tape“ von NanoWired handelt es sich um ein weltweit einzigartiges Verfahren, mit dem sich zuvor speziell behandelte Elektronikbauteile schnell, präzise und umweltfreundlich bei Raumtemperatur verbinden lassen. KlettWelding beruht auf Nanodrähten, die wie ein metallischer Rasen auf eine beliebige Oberfläche aufgebracht werden. Durch einfaches Zusammendrücken der so vorbereiteten Teile verhaken sich die Drähte wie bei einem Klettverschluss – mit dem Unterschied, dass die Verbindung dauerhaft stabil sowie elektrisch und thermisch extrem leitfähig ist.

KlettWelding ist kostengünstiger als herkömmliche Verfahren wie Löten, Kleben und Bonden und ist unter anderem in den Bereichen Sensorik, Halbleiter, Automobil und Konsumgüter einsetzbar. Besonders bei temperaturfreien Verbindungen lassen sich Produktionsprozesse von Löten auf Stecken umstellen und damit sowohl Anlagen-Equipment einsparen als auch die Produktionskosten senken.