Nvidia will mit sechs großen Finanzkonzernen mehr als 500 Milliarden Dollar für neue KI-Infrastruktur mobilisieren. Das Kapital soll vor allem von externen Investoren kommen und den milliardenschweren Ausbau von KI-Rechenzentren erleichtern.
Nvidia will gemeinsam mit einigen der größten Finanzkonzerne der Wall Street mehr als 500 Milliarden Dollar für den Ausbau von KI-Infrastruktur mobilisieren. Dazu arbeitet der Chiphersteller mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR zusammen. Geplant sind spezielle Finanzierungsplattformen, über die langfristig Kapital von externen Investoren in den Bau und die Ausstattung von KI-Rechenzentren fließen soll. Das Geld stammt also nicht von Nvidia und seinen sechs Partnern allein. Vielmehr sollen sie zusätzliches Kapital etwa von institutionellen Anlegern einwerben.
Hintergrund ist der enorme Kapitalbedarf beim Ausbau der KI-Infrastruktur. Große Cloud-Anbieter wie Amazon, Google, Microsoft und Meta investieren bereits Hunderte Milliarden Dollar in neue Rechenzentren. Doch auch KI-Entwickler, Start-ups, Unternehmen und Staaten benötigen zunehmend große Rechenkapazitäten. Nach Angaben von Nvidia-Chef Jensen Huang kostet der Aufbau eines KI-Rechenzentrums pro Gigawatt Leistungsaufnahme etwa 50 bis 60 Milliarden Dollar. BlackRock-Chef Larry Fink geht davon aus, dass allein in den USA KI-Rechenzentren mit einer Leistung von mehr als 70 Gigawatt benötigt werden.
Von den neuen Finanzierungsmöglichkeiten sollen unter anderem KI-Labore und Start-ups profitieren, sagte Huang dem US-Wirtschaftssender CNBC. Für Nvidia hat das Modell einen zusätzlichen Vorteil: Je mehr Kapital für den Aufbau von KI-Rechenzentren zur Verfügung steht, desto größer ist potenziell auch die Nachfrage nach den eigenen Chips und der dazugehörigen Software.
Dass Nvidia die Finanzierung seiner Kunden unterstützt, ist allerdings nicht neu. Der Chiphersteller beteiligte sich in den vergangenen Monaten selbst an KI-Unternehmen, die ihrerseits große Summen in Nvidia-Technik investieren. Solche sogenannten Kreislauf-Deals wurden am Markt zum Teil kritisch betrachtet, weil Nvidia damit indirekt die Nachfrage nach den eigenen Produkten mitfinanziert. Bei den nun angekündigten Finanzierungsplattformen soll das Kapital dagegen vor allem von externen Investoren stammen.