Auf dem Weg zu 15 Milliarden »Connected Devices«

20. November 2009, 12:11 Uhr | Joachim Kroll, Andrea Gillhuber, Elektronik
Diesen Artikel anhören

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Auf dem Weg zu 15 Milliarden »Connected Devices«

Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren der Atom-Architektur hat Intel immer das vollwertige Internet-Erlebnis und die 100-prozentige Software-Kompatibilität angeführt. Anfang 2010 soll Adobes Flash-Player auch für ARM verfügbar sein. Bricht damit nicht ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für Atom im Bereich MID bzw. SmartPhones weg?

Gabler: Sie sprechen hier über zwei Architekturen: eine, die es schon gibt, und eine, zu der es eine Ankündigung gibt. Zweitens ist das volle Internet- Erlebnis deutlich mehr als der Adobe-Flash-Player.

Die Automobil-Hersteller bzw. -Zulieferer würden sich sicher über ein System-on-Chip mit automotivespezifischen Busanbindungen freuen. Können wir so etwas einmal erwarten?

Gabler: Die ersten Produkte, die Intel konkret als SoC bezeichnet, sind heute im Embedded-Umfeld im Einsatz; zum einen der Netzwerkprozessor EP80579 mit dem Code-Namen Tolapai und zum anderen der für den CEMarkt entwickelte Prozessor Ce3100 mit dem Code-Namen Canmore. Auch der nächste Atom-Prozessor aus der Moorestown-Plattform mit dem Namen Lincroft wird von Intel als SoC bezeichnet. Bei Lincroft wandern Funktionen, die bisher in der Northbridge des Chipsatzes untergebracht waren, in die CPU.

Wann können wir eine Lösung von TSMC erwarten, ein außerhalb von Intel gefertigtes SoC mit Atom-Kern?

Vierheilig: TSMC hat ein unglaubliches Spektrum an IPs. Das »Memorandum of Understanding« vom März hat letztendlich den Inhalt, dass Intel den Atom-Kern auf die TSMC-Plattform bzw. die TSMC-Umgebung bringen kann. Das ist einfacher, als die zahlreichen IPs von TSMC auf unsere Fertigungstechnologie zu transferieren. Wann aber Produkte konkret erwartet werden können, kann ich so noch nicht beantworten.

Wie sieht es auf der Atom-Plattform mit Multicore aus?

Gabler: Multicore ist auch bei Atom-Prozessoren ein Thema. Atom-Prozessoren mit zwei Kernen kommen hauptsächlich in so genannten Nettops zum Einsatz. Single-Core-Atom-Prozessoren mit Hyper Threading werden im Embedded-Bereich eingesetzt.

Intel ist die treibende Kraft der Moblin-Plattform. Warum braucht Intel ein eigenes Betriebssystem für Netbooks?

Gabler: Auf Intel-Plattformen laufen die unterschiedlichsten Betriebssysteme, und das gibt unseren Kunden die Möglichkeit, ihre Produkte an das jeweilige Anwendungsfeld anzupassen. Moblin ist ein Betriebssystem, das von der Open-Source-Gemeinde entwickelt und speziell den Anforderungen in den Bereichen MID, Netbooks, aber auch In-Vehicle-Infotainment und anderen Embedded-Applikationen gerecht wird.

Wie wird es in Zukunft mit Wind River weitergehen?

Gabler: Wir haben Wind River gekauft und werden das Unternehmen als eigenständige Einheit weiterführen. Wind River unterstützt ja auch Nichtx86-Architekturen, und das wird weiterhin so bleiben. Die Akquise von Wind River hilft uns aber, neue Segmente schneller und effizienter zu adressieren, indem wir die Wind- River-Betriebssysteme optimal auf unsere Plattform abstimmen können.

Kann man das wirklich so sagen: »Wind River macht so weiter wie bisher?« Ob ARM und Freescale so begeistert sein werden, weiterhin auf den Partner Wind River zu setzen, möchte ich doch einmal bezweifeln.

Gabler: Wind River bleibt ein eigenständiges Unternehmen und wird sein Geschäftsmodell wie bisher beibehalten.


  1. Auf dem Weg zu 15 Milliarden »Connected Devices«
  2. Auf dem Weg zu 15 Milliarden »Connected Devices«
  3. Auf dem Weg zu 15 Milliarden »Connected Devices«

Jetzt kostenfreie Newsletter bestellen!