Elektroniknet Logo

Paragon Firstronic geht in Profectus auf

Aus einer Konzerntochter wird ein selbstbewusster Mittelständler


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

»Wir sind jetzt ein typischer Mittelständler«

Und welche vertikalen Märkte wollen Sie mit diesen Schwerpunkten künftig adressieren?

Wir setzen grundsätzlich auf Marktsegmente bei denen Qualität, Flexibilität und Preiswürdigkeit einen gemeinsamen Nenner finden. Die besten Erfahrung haben wir hier in der Industriellen Elektronik, Mess- Steuer- und Regelungstechnik, Gebäudetechnik, Sicherheitstechnik, Medizintechnik und bei Erneuerbaren Energien gemacht. Genau diese Bereich wollen wir fokussieren und weiter ausbauen.

Dabei wollen wir uns ganz bewusst Partner – in diesem Fall meine ich Kunden -   suchen, die zu uns passen, um einen Win/Win-Situation für beide Seiten zu schaffen.

Haben sich die Zulieferer mit dem Übergang der Assets an Profectus verändert bzw. planen Sie Veränderungen im Zuliefernetz?

Die Lieferanten sind uns treu geblieben, was wir sehr begrüßen. Wir hatten beim Übergang keine Nachteile. Die Zahlungsziele konnten wir zu einem großen Teil wieder auf die vorherigen Konditionen bringen. Durch unsere Unabhängigkeit sind wir jetzt freier in der Lieferantenauswahl und müssen nicht auf Kooperationen, die nicht zu uns passen, Rücksicht nehmen. Einzig die schlechte Versorgungslage auf dem Bauelementemarkt bremst unsere Entfaltung …  

Wie waren die Reaktionen der Kunden auf den Betriebsübergang?

Alle Kunden haben zu uns gehalten – ohne Ausnahme. Die Kunden haben sich mit uns zusammen über die Neugründung der Profectus gefreut und sind davon überzeugt, einen besseren, weil auch unabhängigen Partner für die Zukunft zu haben. Ohne diese Kundenzufriedenheit wäre ein Management-Buyout nicht in Frage gekommen.

Auch wenn wir keinen Kunden verloren haben, Zurückhaltung bei Neuentwicklungen und neuen Projekten gab es schon, solange wir die Umsetzung der Profectus noch nicht in trockenen Tüchern hatten. Geholfen hat uns, dass wir die Kunden in einer sehr frühen Phase in unsere Pläne mit einbezogen haben. Der Insolvenzverwalter war hier auch sehr kooperativ und hat uns unterstützt, indem er wenige Wochen nach Insolvenzantrag bekannt gegeben hat, dass der Betrieb auf jeden Fall weitergeführt wird, unter welcher Flagge, war zum damaligen Zeitpunkt allerdings noch nicht klar. Ich habe mit allen Kunden mehrfach gesprochen, letztendlich hat unser Konzept überzeugt.

Wie schätzen Sie das Potenzial für EMS hierzulande grundsätzlich ein?

Das Potential für EMS in Deutschland ist ausgesprochen gut. Gerade in schwierigen Zeiten besinnen sich potenzielle Kunden auf die Vorteile und Möglichkeiten des Outsourcings. Die Hintergründe sind meist wirtschaftlicher Natur, aber auch ungleichmäßige Absatzwirtschaft, fehlendes know how, Flexibilität, Kapitalbindung usw. Der Zeitpunkt ist gut, weil sich der Trend, nur in Asien einzukaufen gelegt hat. Der notwendige Schutz des geistigen Eigentums wird offensichtlich. Die Kunden erkennen die Unterschiede zwischen Low Cost Country und Best Cost Country, wissen die Vorteile eines Lieferanten in der Nähe zu schätzen der im gleichen Kulturkreis sitzt, erkennen auch politische Unterschiede und stabile Verhältnisse. Das gilt im Übrigen nicht nur für Asien, sondern auch für Ost-Europa.

Relevante Anbieter


  1. Aus einer Konzerntochter wird ein selbstbewusster Mittelständler
  2. »Wir sind jetzt ein typischer Mittelständler«

Verwandte Artikel

PROFECTUS GmbH, paragon firstronic GmbH