Hacker erzählt vom Hackathon am KIT Künstliche Intelligenz für jeden

Samuel und Charlene stellen den Juroren in der ersten Runde ihr Projekt vor.
Samuel und Charlene stellen den Juroren in der ersten Runde ihr Projekt vor.

Samuel war in Karlsruhe beim Hacktival und entwickelte mit seiner Projektpartnerin ein KI-Aufklärungstool. Er studiert Informatik im 4. Semester an der FU-Berlin und arbeitet als Werkstudent bei Razorcat Development, die einer der Sponsoren war.

neo: Was unterscheidet einen Hacker von einem Programmierer?

Samuel: Das „Hack“ in Hackathon ist nicht im gängigen Sinne zu verstehen. Die meisten verstehen unter dem Begriff Hacker Menschen, die ein System knacken und Daten klauen oder andere Menschen ausspionieren.

Hier ist aber gemeint, dass ein Programmierer seine Idee ausprobiert und ein Projekt auf die Beine stellt, das es noch nicht gibt. Es gibt keine richtige oder falsche Methode. Spaß und der Lernfaktor stehen im Vordergrund. Das gilt nicht allein für Software. Man kann auch Hardware-affine Menschen, die gerne basteln und löten, als Hacker bezeichnen.

Was machst Du hier auf dem Hacktival, was ist Dein Projekt?

Charlene, meine Teampartnerin, und ich haben uns für ein konzeptionelles Projekt entschieden. Wir schreiben eine Plattform, die Menschen über künstliche Intelligenz aufklären soll. Unser Fokus liegt auf Personen, die kaum bis keine technische Erfahrung haben. Man hört, meiner Meinung nach, viel Negatives über künstliche Intelligenz und ihre Gefahren. In Filmen reißt sie die Herrschaft an sich und löscht die Menschheit aus. Natürlich gibt es in dem Bereich noch viel zu erforschen, aber so negativ wird die KI unsere Gesellschaft nicht beeinflussen, denke ich. Deshalb wollen wir über dieses spannende Thema auf unserer Plattform Aufklärung leisten.

Warst Du schon auf anderen Hackathons?

Das ist jetzt mein zweiter Hackathon. Ich habe 2018 bei dem Hackathon „IoThon“ in Berlin teilgenommen. Charlene war damals auch dabei; wir waren noch im ersten Semester. Da war der Themenschwerpunkt auf das Internet der Dinge, kurz IoT, festgelegt und wie die Kommunikation zwischen Geräten sicher umgesetzt werden kann. Wir hatten sehr viel Spaß und haben viel dazugelernt. Damals haben wir uns Gedanken gemacht, wie man im Bereich Smarthome ein komplett automatisiertes Haus entwerfen kann, mit Sensoren, Reglern und mehr. Unsere Hauptidee waren die Profile: Jeder Bewohner des Hauses bekommt ein Profil mit seinen Präferenzen. Also wie warm er es mag, wie hell das Licht sein soll und auch welches Farbklima er am meisten mag. Nach diesen Präferenzen kann das smarte Zuhause konzipiert werden.

Es war eine sehr große Überraschung für uns, als wir mit unserer Idee den ersten Platz und somit 1000 Euro und einiges an Hardware zum Basteln gewonnen hatten.

Was ist beim Hacktival anders als bei anderen Hackathons?

Das Hacktival ist deutlich größer. Es gibt zwar auch Challenges, die ein spezielles Thema haben, aber in der Haupt-Challenge ist das Thema nicht eingegrenzt. Von Hardware über Plattformen bis hin zu ganzen Algorithmen ist alles möglich. Die Veranstaltung ist super: Hier sind so viele verschiedene Menschen, nicht nur Informatiker, sondern auch Designer und Wirtschaftsstudenten. Es ist eine interessante Erfahrung, über zwei Tage in einem Museum zu sein und die ganze Zeit am Laptop zu arbeiten. Quasi das „Nachts im Museum“ für Informatiker.

 

Ihr wollt sehen, wie es auf dem Hackathon in Karlsruhe zuging? Seht in diesem Video, wieviel Kaffee geflossen ist!