Wirtschaftsprognose des ZVEI 2019 wird die 200-Milliarden-Grenze geknackt

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Die deutsche Elektroindustrie verliert an Fahrt, bleibt 2019 aber noch leicht im Aufwind, prognostiziert der ZVEI.

Die deutsche Elektroindustrie erwartet in den kommenden Monaten einen leichten Wirtschaftsrückgang, steht aktuell aber so gut da wie lange nicht. Laut ZVEI soll 2019 erstmals die Umsatzgrenze von 200 Milliarden Euro durchbrochen werden.

Rund 890.000 Beschäftigte in Deutschland. Das ist laut ZVEI der höchste Stand seit 22 Jahren. Und auch für 2019 ist der Branchenverband optimistisch. »Wir erwarten, dass die preisbereinigte Produktion der Branche um ein Prozent wachsen wird und die Erlöse die 200-Milliarden-Euro-Marke knacken werden€€«, sagt Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, im Zuge der Jahresauftakt-Pressekonferenz.

Im abgelaufenen Jahr stieg die preisbereinigte Produktion der Elektroindustrie von Januar bis November 2018 um 2,8 Prozent gegenüber Vorjahr. Der Umsatz, der auch Dienstleistungen und Software beinhaltet, nahm im gleichen Zeitraum um 3,2 Prozent auf 179,8 Milliarden Euro zu. Für das gesamte Jahr beläuft er sich auf 197 Milliarden Euro, so die vorläufigen Zahlen des ZVEI.

Auftragseingang und Produktion fallen ab

Im November lag der Auftragseingang 2,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dabei legte der inländische Markt sogar zu (1,4 Prozent), aber die Aufträge aus dem Euroraum gingen deutlich zurück (-8,9 Prozent). Insgesamt kamen aus dem Ausland 5,9 Prozent weniger Aufträge als im Vorjahreszeitraum. Entsprechend passen die Fabrikbetreiber ihre Produktionspläne an. Im Dezember wurden sie zum vierten Monat in Folge – per saldo – abwärts revidiert.

Das Geschäftsklima ist laut ZVEI ebenfalls eingetrübt: 15 Prozent der befragten Unternehmen blicken optimistisch, 26 Prozent pessimistisch auf die kommenden sechs Monate. Ihre aktuelle wirtschaftliche Lage bewerten die meisten Unternehmen als solide: 47 Prozent sehen sie als gut, 45 Prozent als stabil und 8 Prozent als schlecht.

Schlüssel für die Zukunft: Digitale Geschäftsmodelle und China

Wollen produzierende Unternehmen ihre günstige Marktposition nicht verlieren, führe an datenbasierten Geschäftsmodellen kein Weg mehr vorbei. Aktuell erwirtschaftet die Elektroindustrie rund 20 Prozent ihres Umsatzes mit Smart Products und Smart Services. Zu wenig, findet Dr. Mittelbach: »Bei vielen Unternehmen ist noch reichlich Luft nach oben«. Um sie in eine Position zu bringen, in der sie ihr Potenzial auch ausschöpfen können, fordert Mittelbach die rasche Umsetzung von lokalen 5G-Netzwerken für die Industrie.

Mit Blick auf den chinesischen Markt sei es wichtig, auf eine weitere Öffnung hinzuarbeiten. Im Zeitraum von Januar bis November 2018 stiegen die Exporte bereits um 11,4 Prozent auf insgesamt 19,4 Mrd. Euro. Damit ist China noch vor den USA (16,4 Mrd. Euro) aktuell der größte Exportpartner für die deutsche Elektronikindustrie. Chancen für eine intensivere Zusammenarbeit sieht Dr. Mittelbach in den Bereichen Digitalisierung und künstlicher Intelligenz.