Für den Einsatz in der robotergestützten Chirurgie hat Kyocera einen KI-basierten Abstandssensor mit Dreifachobjektiv entwickelt, der reflektierende und teilweise verdeckte chirurgische Instrumente präzise erkennt. Das kompakte Kamerasystem (28 mm × 30 mm × 40 mm) verdreifacht die Messgenauigkeit bei miniaturisierten Objekten von 1 mm auf 0,3 mm und erreicht eine Auflösung von 100 µm bei Nahaufnahmen aus 10 Zentimeter Entfernung.
Die proprietäre KI erfasst drei Parallaxen-Informationssätze („links-Mitte", „Mitte-rechts", „links-rechts") und kombiniert diese zu einem fehlerreduzierten Gesamtbild. Besonders in der chirurgischen Robotik, wo dünne Nadeln, Nahtmaterial und metallische Instrumente vor wechselndem Hintergrund operieren und sich gegenseitig verdecken können, stießen bisherige Dual-Lens-Stereokameras an Grenzen. Die Dreifach-Linsenkonfiguration mit drei Kameras in unterschiedlichen Winkeln ermöglicht durch die Kombination mehrerer Blickwinkel eine präzise Positionserkennung auch bei teilweiser Okklusion. Fehladaptionen werden praktisch eliminiert, tote Winkel minimiert.
Das System erkennt hochreflektierende Metalloberflächen, halbtransparente Kunststoffe und ultrafeine Drähte ab 0,3 mm Durchmesser und eignet sich daher für typische chirurgische Instrumente. Der Sensor basiert auf Kyoceras 2024 eingeführtem Dual-Lens-System, das für Objekte ohne eindeutige Oberflächenmerkmale oder in verdeckten Szenarien optimiert wurde. Mit der dritten Linse erhöht sich die Zuverlässigkeit bei der Identifizierung kritischer Instrumente im OP-Situs deutlich. Das System unterstützt damit die Entwicklung präziserer robotischer Assistenzsysteme für minimalinvasive Eingriffe. Kyocera präsentierte die Technologie auf der CES 2026 in Las Vegas. (uh)
Kyocera Europe, www.kyocera.de