Zuverlässige Überprüfung nach Reparatur

System zur ADAS-Sensorenprüfung von Mahle und Rohde&Schwarz

11. Juni 2026, 12:59 Uhr | Irina Hübner
Das neue System von Mahle und Rohde&Schwarz ergänzt klassische Kalibrierfunktionen um Frequenz und Polarisationserkennung sowie Zielsimulation.
© Mahle

Mahle und Rohde & Schwarz haben eine Anwendung entwickelt, mit dem sich ADAS-Sensoren nach einer Reparatur erstmals zuverlässig überprüfen lassen. Kern der Plattform ist das Kalibriersystem TechPRO Digital ADAS 2.0 Extra von Mahle Lifecycle and Mobility, ergänzt um den Radar-Tester R&S RadEsT.

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Bislang fehlten standardisierte Messverfahren zur Prüfung der ADAS-Sensoren nach Unfällen oder Reparaturen, insbesondere an Karosserieteilen. Mahle und Rohde & Schwarz schließen diese Lücke nun. Die Neuentwicklung ist für ein breites Spektrum von Anwendern geeignet, etwa Kfz-Werkstätten, Reparaturbetriebe, Hersteller, aber auch Versicherungen, Behörden und Prüforganisationen. Perspektivisch kann sie für zukünftige statische Überprüfungen von ADAS-Sensoren im Rahmen der Hauptuntersuchung eingesetzt werden.

Das Kalibriersystem TechPRO Digital ADAS 2.0 Extra von Mahle stellt mithilfe integrierter Ultraschallsensoren eine präzise Fahrzeugpositionierung direkt aus dem Innenraum sicher. Eine automatische Fahrzeugerkennung, laserbasierte Distanzmessung sowie die motorisierte Verstellung der Zielsysteme sorgen für einen effizienten Kalibrierprozess. Ein optimiertes Display-Hebesystem gewährleistet zudem eine exakte Ausrichtung auch bei besonders hohen Fahrzeugen.

Mit dem Radar-Tester R&S RadEsT von Rohde & Schwarz kommen nun weitere Funktionen dazu, die reine Kalibriergeräte nicht haben, etwa Frequenz- und Polarisationserkennung, Leistungsmessung sowie Ziel- und Winkelsimulation bei Radarsensoren. Damit können Prüfer die korrekte Ausrichtung und Funktion der Radarsensoren nach Reparaturen bzw. Beschädigungen in dem Mahle TechPRO-2-Diagnosegerät kontrollieren sowie identifizieren.

Die gemeinsame Entwicklung deckt mehrere zentrale Einsatzbereiche ab. Nach Reparaturen liefert sie Werkstätten eine standardisierte und dokumentierte Bestätigung darüber, dass das Fahrerassistenzsystem weiterhin innerhalb der Spezifikation arbeitet. Darüber hinaus eignet sie sich für Qualitäts- und Leistungsprüfungen, da sich sowohl korrekte als auch fehlerhafte Zustände gezielt nachstellen lassen. Schließlich erzeugt das System reproduzierbare und revisionssichere Messdaten, die künftig als Grundlage für Prüfverfahren der periodisch technischen Inspektion, regulatorische Anforderungen oder Bewertungen durch Versicherungen dienen können.

»Mit dieser Innovation heben wir Fahrerassistenzsysteme auf die nächste Stufe. Erstmals wird ihre Funktion nach einer Reparatur messbar, nachvollziehbar und standardisierbar. Das ist nicht nur ein technologischer Fortschritt, sondern ein entscheidender Schritt hin zu mehr Sicherheit, Transparenz und Vertrauen im gesamten Mobilitäts-Ökosystem«, erklärt Felix-Matthias Walter, Leiter Service Solutions bei Mahle Lifecycle and Mobility.

»Das ist ein Meilenstein für die Fahrzeugsicherheit. Unsere Radarmesstechnik wird heute schon weltweit in der Automobilentwicklung und -produktion eingesetzt. Gemeinsam mit MAHLE bringen wir diese Messgenauigkeit jetzt direkt in die Werkstatt«, ergänzt Matthias Beer, Director Imaging Sensor Products bei Rohde & Schwarz.

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