Ein Medienbericht über eine mögliche Abspaltung von Teslas China-Geschäft sorgt für Diskussionen. Hintergrund sind Spekulationen über einen späteren Zusammenschluss mit SpaceX. Elon Musk bezeichnet die Meldung jedoch als „Fake News“.
Elon Musk hat Berichte zurückgewiesen, wonach Tesla eine Abspaltung seines China-Geschäfts vorbereiten soll. Auf seiner Plattform X bezeichnete der Tesla-Chef entsprechende Meldungen als „Fake News“. Zuvor hatte das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, Tesla prüfe verschiedene Optionen für das China-Geschäft, darunter eine Abspaltung oder einen Verkauf.
Laut dem Bericht sollen einzelne Tesla-Manager angewiesen worden sein, sich auf eine mögliche organisatorische Trennung des China-Geschäfts vorzubereiten. Diskutiert worden seien demnach unterschiedliche Szenarien – von einer Ausgliederung über einen Verkauf bis hin zu einer Schließung einzelner Aktivitäten.
Musk widersprach dieser Darstellung jedoch umgehend und machte deutlich, dass an den Spekulationen nichts dran sei.
Eine Trennung wäre für Tesla ein erheblicher Einschnitt. Das Werk in Shanghai zählt zu den wichtigsten Produktionsstandorten des Unternehmens und liefert mehr als die Hälfte der weltweit gefertigten Tesla-Fahrzeuge. Neben den US-Werken betreibt Tesla mit Grünheide bei Berlin lediglich einen weiteren großen Produktionsstandort außerhalb der USA.
China ist für Tesla nicht nur Produktionsstandort, sondern auch einer der wichtigsten Absatzmärkte. Gleichzeitig ist das Unternehmen dort tief in die lokale Zuliefer- und Batterieindustrie eingebunden.
Auslöser der Berichte sind seit Jahren kursierende Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss von Tesla mit SpaceX. Beide Unternehmen werden von Elon Musk geführt und arbeiten bereits in einzelnen Technologiebereichen zusammen.
Bei der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen wollte Musk entsprechende Überlegungen weder bestätigen noch eindeutig ausschließen. Er verwies darauf, dass über Unternehmensfusionen nicht im Rahmen einer Analystenkonferenz gesprochen werden könne. Tesla verwies zudem auf gemeinsame Projekte wie den Aufbau der Chipfertigung Terafab.
Ein möglicher Zusammenschluss wäre auch aus regulatorischer Sicht komplex. SpaceX ist einer der wichtigsten Auftragnehmer der US-Regierung für Raketenstarts und militärische Raumfahrtprogramme. Gleichzeitig unterliegt Tesla mit seiner starken Präsenz in China geopolitischen Risiken, die sich aus den anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China ergeben.
Sollte es künftig strengere Vorgaben für sicherheitsrelevante Unternehmen geben, könnte ein umfangreiches China-Geschäft regulatorische Hürden schaffen. Genau deshalb werden entsprechende Spekulationen von Investoren seit Längerem aufmerksam verfolgt.
Unabhängig von den Gerüchten baut Tesla seine Produktion in Deutschland weiter aus. Nach Unternehmensangaben wurden bereits die ersten 1.000 zusätzlichen Beschäftigten eingestellt, um die Fertigung in Grünheide schrittweise von 5.000 auf 6.200 Fahrzeuge pro Woche zu erhöhen. Eine weitere Ausbaustufe auf 7.500 Fahrzeuge pro Woche ist für die kommenden Monate vorgesehen.
Langfristig hält Tesla weiterhin an der Vision fest, den Standort auf eine Jahreskapazität von bis zu einer Million Fahrzeugen auszubauen. Der Zeitpunkt eines solchen Ausbaus hängt jedoch von der Marktentwicklung ab.
Strategisch richtet Musk Tesla zunehmend als KI- und Robotikunternehmen aus. Neben dem klassischen Fahrzeuggeschäft investiert der Konzern massiv in autonomes Fahren, Robotaxis und den humanoiden Roboter Optimus. Die hierfür benötigte KI-Infrastruktur entsteht zunehmend konzernübergreifend: Bereits zuvor hatte SpaceX Musks KI-Unternehmen xAI übernommen, nachdem die Plattform X in xAI integriert worden war.
Für Investoren bleibt daher die Frage bestehen, wie eng Tesla, SpaceX und xAI künftig zusammenarbeiten werden. Musks Dementi beendet zwar vorerst die Spekulationen über eine Abspaltung des China-Geschäfts – die Diskussion über eine stärkere Verzahnung seiner Technologieunternehmen dürfte damit jedoch nicht verstummen.