Optimierung der Radinfrastruktur

RadSim simuliert Fahrradverkehrsströme

10. August 2026, 12:50 Uhr | Irina Hübner
Die resultierenden Radverkehrsströme in der Dresdner Innenstadt nach Einsturz der Carolabrücke 2024.
© Technische Universität Dresden

Wie verändern neue Radwege, Fahrradstraßen oder Verkehrsberuhigungen den Radverkehr in einer Kommune? Antworten auf diese Fragen liefert RadSim, eine neue Webplattform der Technischen Universität Dresden, die Kommunen bei der datenbasierten Radverkehrsplanung unterstützen kann.

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Die digitale Plattform der Technischen Universität Dresden simuliert auf Basis wissenschaftlicher Modelle, wie sich Veränderungen im Verkehrsnetz auf die Wahl der Routen und die Verteilung der Radverkehrsströme auswirken. Entwickelt wurde die Anwendung im Rahmen des Forschungsprojekts »Radverkehrssimulation zur Verbesserung der kommunalen Radverkehrsplanung (RadSim)«.

Kommunen können auf diese Weise verschiedene Szenarien simulieren, unkompliziert miteinander vergleichen und deren Auswirkungen auf den Radverkehr virtuell erproben, bevor sie umgesetzt werden. Dadurch lassen sich Planungsprozesse fundierter gestalten und Investitionsentscheidungen auf eine belastbare Datengrundlage stützen.

»Mit RadSim stellen wir erstmals ein wissenschaftliches Werkzeug bereit, mit dem sich unterschiedliche Planungsvarianten bereits vor ihrer Umsetzung realitätsnah simulieren lassen. Das schafft eine fundierte Entscheidungsgrundlage und hilft dabei, öffentliche Mittel dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen für den Radverkehr und die Menschen vor Ort haben“, so Projektleiter Dr.-Ing. Stefan Huber.

Wissenschaftliche Modelle auf Basis realer Routendaten

Grundlage der Simulationen sind wissenschaftlich entwickelte Modelle des Routenwahlverhaltens von Radfahrenden. Diese wurden an der Professur für Verkehrsökologie aus anonymisierten Bewegungsdaten der STADTRADELN-App entwickelt und in die Webanwendung integriert.

Die Differenzen der Verkehrsmengen des Radverkehrs in der Dresdner Innenstadt nach dem simulierten Einsturz der Carolabrücke in Dresden.

Die Differenzen der Verkehrsmengen des Radverkehrs in der Dresdner Innenstadt nach dem simulierten Einsturz der Carolabrücke in Dresden.

© Technische Universität Dresden

Die Modelle ermöglichen unter anderem Aussagen darüber, welche Maßnahmen besonders attraktiv für Radfahrende sind, wie sich Radverkehrsströme innerhalb einer Kommune durch Maßnahmen verlagern, welche Netzabschnitte stärker oder weniger genutzt werden und wie unterschiedliche Planungsvarianten im direkten Vergleich wirken.

Mehr Lebensqualität durch bessere Radverkehrsplanung

Von den Erkenntnissen profitieren nicht nur kommunale Planungsämter. Eine zielgerichtete Radverkehrsplanung schafft langfristig sicherere, komfortablere und besser vernetzte Radverkehrsangebote. Das kann mehr Menschen motivieren, Alltagswege mit dem Fahrrad zurückzulegen und trägt zu weniger Verkehrslärm, geringeren Emissionen und einer höheren Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum bei.

Mit RadSim stellt die TUD Kommunen also ein wissenschaftlich fundiertes Werkzeug zur Verfügung, das datenbasierte Entscheidungen erleichtert und einen Beitrag zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilitätsplanung leisten kann.

Das Forschungsprojekt »Radverkehrssimulation zur Verbesserung der kommunalen Radverkehrsplanung (RadSim)« wird vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans gefördert. Das Gesamtvolumen beträgt 621.456,74 Euro.

Die Plattform steht teilnehmenden Kommunen der Kampagne STADTRADELN mit einer ausreichenden Datengrundlage kostenfrei zur Verfügung.

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