Anspruch und Wirklichkeit...

11. August 2009, 8:25 Uhr |
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Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Anspruch und Wirklichkeit...

Zur Lösung des ersten Problems setzt Audi auf einen modularen Infotainment-Baukasten, der ab 2011 im gesamten Volkswagen- Konzern in alle Fahrzeuge eingesetzt werden wird, wodurch das Stückzahlenproblem gelöst ist. Um die unterschiedlichen Lebenszyklen in den Griff zu bekommen, hat Audi unter dem Namen »MIB High« ein Konzept entwickelt, bei dem eine fest ins Fahrzeug eingebaute RCC (Radio&Car Control- Unit) mit einem Multimedia-Modul MMX – einem austauschbaren Einsteck-Board – ergänzt wird. Im Multimedia-Modul MMX sind Funktionen wie HMI, Navigation, Telefon, Connectivity und Media realisiert, im RCC wiederum Funktionen wie Radio, Verstärker, Power- Management und Diagnose. Damit ist es möglich, dass die schnellen Veränderungen in der Multimedia-Welt relativ einfach mit den langen Lebenszyklen der Automobilindustrie verbunden werden. Um das letzte Problem zu lösen und die Software besser wieder verwenden zu können, setzt Audi auf eine strikte Trennung zwischen Soft- und Hardware. Dieser Schritt ist von entscheidender Bedeutung, denn die Software steht für 80 Prozent der Entwicklungskosten. Hinzu kommt, dass auf die Software auch 90 Prozent der Komplexität entfällt.

Im Infotainment setzt Audi auf einen Alleingang und distanziert sich damit klar von Frickensteins Aussage: »Für alle wichtigen Infrastrukturaufgaben sind weltweite Standards erforderlich. Diese müssen durch Automobil- und Zulieferindustrie gemeinsam entwickelt werden. Ein erfolgreicher Schritt auf diesem Weg war die Einführung von AUTOSAR, und GENIVI ist eine wichtige Fortsetzung für den Bereich Infotainment «. Konkret heißt das, dass BMW und viele andere Automobilhersteller auf eine gemeinsame Open-Source-Entwicklungs-Plattform setzen. Dazu hatten die Gründungsmitglieder BMW, Delphi, General Motors, Intel, Magneti Marelli, PSA Peugeot Citroen, Visteon und Wind River (jetzt Intel) unter dem Namen GENIVI ein Zusammenarbeit initiiert, mit dem Ziel, gemeinsam eine Infotainment- Software auf Linus-Basis zu entwickeln. Vorteil dieses Ansatzes besteht u.a. darin,dass damit auch auf Open-Source-Code zurückgegriffen werden kann.

Ein weiteres Feld, in dem der OEM gefordert ist, sind die Fahrerassistenzsysteme, die immer komplexer werden. Hudi mahnt: »Wir laufen Gefahr, im Bereich der Fahrerassistenzsysteme die gleichen Fehler zu machen wie früher beim Infotainment.« Aber auch Fragen rund um die Bedienung und Anzeige müssen geklärt werden. Laut Hudi zeigt sich bei den Premium-OEMs der Trend, Bedienung und Anzeige voneinander zu trennen. Seiner Überzeugung nach werden Headup-Displays stufenweise Einzug halten. Hudi: »Die Bedienkonzepte müssen einerseits hochwertig und einfach sein andererseits mit Hightech kombiniert werden.« Darüber hinaus arbeitet Audi natürlich auch an der Thematik Hybridisierung/ Elektrifizierung. (st)

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GENIVI

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