IoT-Lösung von Sys Tec im Edgecontroller

Das SPS-Programmiersystem wird zum IoT-Mittler

25. März 2019, 19:30 Uhr | Andreas Knoll

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Die Rolle des SPS-Programmier- und -Runtime-Systems

sysWORXX CTR-700
Der IoT-Edge-Controller „sysWORXX CTR-700“ mit dem Erweiterungsmodul „sysWORXX SRN-GW1“
© SYS TEC electronic AG

Aber welche Rolle spielt bei dieser Edge-Strategie das SPS-Programmier- und -Runtime-System? Die schon oft totgesagte SPS wandelt sich derzeit zum Edge-Device oder integriert Funktionen von Edge-Devices. »Es gibt mehrere Gründe für den Einsatz des SPS-Programmiersystems OpenPCS von infoteam Software sowohl in unseren Steuerungen als auch in unserem IoT-Edge-Controller«, stellt Nadine Mensdorf dazu fest. »OpenPCS ist ein schnelles und leicht zu programmierendes System. Es enthält eine IEC-61131-3-konforme Programmierumgebung und eine SmartPLC-Embedded-Runtime. Zudem ist bereits eine Vielzahl von Kommunikations-Stacks integriert.« Als Systemintegrator habe Sys Tec Electronic die Runtime über viele Jahre verfeinert und nutze heutzutage für seine Controller und Lösungen eine breit gefächerte Infrastruktur in Form von Funktionsblock-Libraries - sei es zur Anbindung diverser Feldbusse und Sensorik oder auch zur Anbindung an andere Runtime-Umgebungen wie Python oder Node-RED.

Mit den Libraries lassen sich Sensordaten wie gewohnt direkt im Gerät vorverarbeiten und komprimieren: »Typisch hierfür sind beispielsweise Mittelwertbildung, Glättung und Filterung, aber auch die Erkennung von Grenzwertüberschreitungen«, teilt Nadine Mensdorf mit. »Dies kann über lokale Software wie die IEC-61131-Runtime, grafisch in Node-RED oder auch in klassischen Programmiersprachen wie C/C++/C# oder Java erfolgen.« Sys Tec Electronics Interprozess-Schnittstelle zu OpenPCS ermögliche die Nutzung von Steuerungsdaten direkt im IoT-Edge-Controller, Browser-gestützte Visualisierungen via Node-RED sowie Datenbereitstellung via MQTT oder OPC UA - beispielhaft für in der Anwendungs-Management-Software Docker lauffähige Datenbanken oder als csv-Datei.

Auch bei IoT-Lösungen an der Edge wächst also die Bedeutung der Software gegenüber der Hardware. Die Hardware bleibt aber dennoch die Grundlage für alle Funktionen der Software: »Ohne geeignete Hardware mit Betriebssystem und leistungsfähiger Middleware geht es eben nicht«, sagt Nadine Mensdorf. »Letztlich wird die Hardware durch die entsprechende Software im Gerät immer intelligenter, um den Ansprüchen an eine vernetzte Welt gerecht zu werden.«. Auch Christopher Schemm betrachtet eine intelligente Kombination aus Hard- und Software nicht nur als notwendig, sondern darüber hinaus auch als sinnvoll: »Ich gehe sogar noch ein Stück weiter, denn grundsätzlich müssen die IT-Welt und die OT-Welt, also die Operational Technology, enger zusammenwachsen«, legt er dar. »Edge Computing kann somit nicht nur beim Sammeln, Aufbereiten, Vorverarbeiten und Visualisieren unterstützen, sondern auch Empfehlungen aussprechen.«


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