ZVEI: Klimaschutz durch Automatisierung

Konjunkturaussichten der Automatisierung positiv

23. November 2021, 14:20 Uhr | Andreas Knoll
Den Unterschied zwischen Auftragseingang und Umsatz infolge der weltweiten Lieferschwierigkeiten zeigt die Grafik des ZVEI deutlich.
Die Grafik des ZVEI zeigt deutlich den Unterschied zwischen Auftragseingang und Umsatz infolge der weltweiten Lieferschwierigkeiten.
© ZVEI

Der ZVEI-Fachverband Automation betrachtet die von ihm vertretene Technik als entscheidenden Faktor zum Erreichen der Klimaschutzziele. Die Konjunkturaussichten der Branche seien günstig.

»Automatisierungstechnik trägt entscheidend dazu bei, die künftigen Klimaziele zu erreichen«, erläutert Rainer Brehm, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation, auf einer Pressekonferenz des Fachverbands. »Die im Oktober erschienene Studie ‚Klimapfade 2.0‘ des BDI, an der auch der ZVEI mitgewirkt hat, zeigt deutlich, dass der Hebel zu einer klimafreundlichen Zukunft in der umfassenden Elektrifizierung und Digitalisierung liegt.«

Einen wichtigen Beitrag der Automatisierung zum Klimaschutz zeigt das Beispiel des European Digital Product Passport, das auf dem vom ZVEI entwickelten, 2019 erstmals auf der SPS vorgestellten digitalen Typenschild beruht. Als Teilmodell der Industrie-4.0-Verwaltungsschale bietet es zahlreiche Vorteile: »Nicht nur spezifische Geräteinformationen lassen sich digital, mehrsprachig und stets aktuell abrufen, sondern auch die ganzer Maschinen«, erläutert Gunther Koschnick, Fachverbandsgeschäftsführer Automation. Eine Dokumentation auf Papier entfällt somit.

Auch der ZVEI-Showcase des Product Carbon Footprints (PCF) eines Schaltschranks zeigt klar, wie der CO2-Fußabdruck der gesamten Lieferkette berechnet werden kann. Ist dieser Fußabdruck bekannt, lassen sich wirkungsvolle Maßnahmen zur CO2-Reduktion vornehmen.

Konjunktur: Langfristiger Wachstumspfad intakt

Von Januar bis September 2021 beträgt der in Deutschland gemeldete Umsatz der Automatisierung 38,4 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und entspricht fast dem Niveau von 2019. Für das Gesamtjahr 2021 erwartet der ZVEI ein Umsatzwachstum von 8 Prozent. Die Auftragseingänge stiegen in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 26,1 Prozent. »Die unterschiedliche Entwicklung bei Auftragseingängen und Umsatz dieses Jahr ist vorrangig auf Materialknappheiten zurückzuführen«, betont Rainer Brehm. »Die Auftragsbücher der Unternehmen sind voll, allerdings können viele Unternehmen nicht so liefern wie sie gerne würden. Knappheiten sind besonders bei Metallen, Kunststoffen und Halbleiterbauteilen zu beobachten.«

Der weltweite Wachstumstrend ist weiterhin intakt. Seit 2010 ist der Markt um durchschnittlich 5 Prozent pro Jahr gewachsen. »Nach einem Corona-bedingten Rückgang im vergangenen und der kräftigen Erholung in diesem Jahr dürfte es 2022 weiter aufwärts gehen. Wir gehen sogar von einem überdurchschnittlichen Wachstum aus.« Die langfristigen Entwicklungstrends für die Automatisierung, vor allem die Anforderungen an einen wirkungsvollen Klimaschutz und die voranschreitende Digitalisierung der Fabriken und Lieferketten, seien weiterhin vorhanden.


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