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Alter Hase holt Start-Up an Board

»Wir wollen lernfähig bleiben«


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Informationen erfüllen keinen Selbstzweck

Für produzierende Unternehmen ist Industrie 4.0 nämlich schon lange kein Luxusvergnügen mehr. Die Vorteile schlagen sich in kürzeren Rüst- und Wartungs-Zeiten, minimierten Ausfallzeiten und schnelleren Instandsetzungen nieder. Kostenersparnisse bis zu mehreren hunderttausende Euro pro Produktionsstätte sind ein stichhaltiges Argument für den vergleichsweise geringen Aufwand zur einmaligen Implementierung der Connectware.

Die Ursachen der meisten derzeit vorherrschenden Probleme werden erst durch eine Vernetzung von Daten und physischen Geräten deutlich. Die Kombination von Daten führt automatisch zu neuen Erkenntnissen. Am Anfang reicht dafür sogar ein kritischer Blick auf die gesammelten Informationen. Eine Big-Data-Analyse ist da oftmals schon übers Ziel hinausgeschossen. Beispielsweise können schon simple Erkenntnisse aus historischen Strom- und Spannungsdaten Rückschlüsse zulassen, wann es ökonomischer ist, eine Anlage durchlaufen zu lassen oder für mehrere Stunden abzustellen. »Mehr Informationen über die Verwendung unserer Anlagen zu haben, erfüllt keinen reinen Selbstzweck. Wir wollen lernfähig bleiben. Und das schaffen wir nur, wenn wir daraus mehr über unser Geschäft und das Geschäft unseres Kunden wissen können als ohne Live-Produktionsdaten«, fasst Pfannenberg zusammen.

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Kühlgeräte für Anlagen der Pfannenberg Group im Industrie-4.0-Einsatz
© Pfannenberg

Das Problem Data Governance: Wer darf was sehen?

Dabei ist die größte Herausforderung derzeit ist nicht immer nur die technische Anbindung an unterschiedliche Feldbus- und andere Protokolle, sondern zuerst einmal die Gewährleistung der Datensicherheit und Zugriffskontrolle. Denn sowohl Gerätehersteller wie -betreiber haben ein großes Interesse an einer transparenten und sicheren Daten-Kommunikation. Nicht selten scheitern Industrie-4.0-Projekte schon sehr früh an diesem Punkt, da der Betreiber der Maschine dem einzelnen Hersteller keinen vollständigen Zugang auf den gesamten Shop Floor und alle dort verfügbaren Daten geben kann. Eine individuelle Zugriffkontrolle und zuverlässige Verschlüsslung auf lokaler Ebener sind daher eines der zentralen Features der Cybus Connectware.

Die Connectwareals Daten-Treuhänder

Die Connectware ist dabei der neuralgische Punkt in der Industrie-4.0-Umsetzung. Denn hier werden ungesicherte Daten geborgen und sollen für jede weitere Verwendung sicher, zuverlässig und unabhängig von äußeren Einflüssen verfügbar sein. »Wir haben gelernt, dass das nur funktioniert, wenn wir die Brücke zwischen laufendem Gerät als Datenquelle und Datennutzer transparent verwalten lassen können«, erklärt Peter Sorowka, CTO bei Cybus, über die eigene Lösung. »Dabei tritt die Connectware de facto in einer Daten-Treuhänder-Rolle auf. Gerätehersteller und -betreiber legen fest, welche einzelnen Datenpunkte genutzt werden müssen, um Industrie-4.0-Dienste betreiben zu können«, so Sorowka. Alle anderen Datenpunkte werden gesichert und bleiben innerhalb der jeweiligen Produktionsstätte von außen geschützt. »Die anfängliche Skepsis bei Fabrikbetreibern ist kaum mehr ein Thema, wenn klar geworden ist, dass jede einzelne Information verwaltet werden kann. Es ist nicht mehr wie vorher, wo es hieß „Tür auf, und ich gewähre vollen, ungeschützten Zugriff auf meine Produktionsdaten“ oder „Tür zu, und ich verzichte damit zwangsweise auf Geräte-Services durch fehlende Laufzeitdaten“«, fasst Peter Sorowka zusammen.


  1. »Wir wollen lernfähig bleiben«
  2. Informationen erfüllen keinen Selbstzweck
  3. Mehr Unabhängigkeit auf Shop-Floor-Ebene
  4. Start-up aus Hamburg: Wer ist Cybus?

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