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Zukunftsgespräch Industrie 4.0

Eigeninitiative von Ingenieur:innen und Firmen gefordert

Digitalisierung Industrie 4.0 IIoT Rittal
Die Teilnehmer des Zukunftsgesprächs Industrie 4.0 im Rittal-Werk Haiger; V. l. Judith Binzer (DFAM/VDMA), MdB Mario Brandenburg, MdB Carina Konrad, MdB Alexander Müller, Prof. Friedhelm Loh (Friedhelm Loh Group), MdB Till Mansmann, MdB Sandra Weeser, Gunther Koschnick (ZVEI), Dr. Thomas Kathöfer (AiF), MdB Christian Lindner, Uwe Scharf (Rittal), MdB Bettina Stark-Watzinger, Andrea Weißig (AiF), Carsten Seelmeyer.
© Rittal

In Rittals Muster-Fabrik für Industrie 4.0 tauschten sich am Mittwoch Fertiger, Verbände und Politiker zur »Industriellen Transformation - der Wandel als Chance für den Mittelstand« aus. Christian Lindner appelliert an Firmen und den Entwicklergeist.

Hoher Besuch in der mittelhessischen Kleinstadt Haiger. Im komplett digitalisierten Werk des Schaltschrankherstellers Rittal trafen sich am Mittwoch Vertreter des Mutterkonzerns Friedhelm Loh Group, der AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen »Otto von Guericke« e.V., des ZVEI Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. und der DFAM Deutschen Forschungsgesellschaft für Automatisierung und Mikroelektronik e.V. mit Christian Lindner, dem Bundesvorsitzenden der FDP sowie sechs weiteren Mitgliedern seiner Bundestagesfraktion.

Politiker sieht Ingenieur:innen in der Pflicht

Im Mittelpunkt des Gespräches standen Hidden Champions, Forschungseinrichtungen und die Herausforderungen deutscher Industrieunternehmen angesichts der laufenden digitalen Transformation mit neuen Technologien im globalen Wettbewerb zu bestehen.

Die industrielle Transformation nimmt mit technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, wie Edge- und Cloud-Computing, 5G, Analytics und KI, Datenstandardisierung sowie dem europäischen Digital-Projekt Gaia-X, einer Initiative für eine europäische Cloudstruktur, an Fahrt auf, waren sich die Teilnehmenden einig. Der FDP-Politker Lindner setzt auf die Eigeninitiative der Unternehmen, den Entwicklergeist der Ingenieur:innen, Technologieoffenheit und weitere Innovations-Initiativen für den Mittelstand. 

Schlüsselbranche Elektroindustrie

Professor Friedhelm Loh, Inhaber und Vorstandsvorsitznder der gleichnahmigen Gruppe, sieht als Gründungsmitglied von Gaia-X und der Automotive-Gruppe Catena-X einen sicheren, unternehmensübergreifenden Datenaustausch als entscheidend für die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Mittelständler an. Klar, kommt doch - ursprünglich als Eigenentwicklung, nun als verkaufte Dienstleistung - im Werk Haiger bereits das erste datensouveräne und nahezu echtzeitfähige Edge-Cloud-Rechenzentrum für die Industrie zum Einsatz.

Wesentliche Erfolgsfaktoren für diese Transformationsprozesse seien die Vernetzung aller Akteure und der schnelle Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Praxis, so AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer. Judith Binzer, DFAM-Geschäftsführerin und Referentin Forschung im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) fügte hinzu: »„Insbesondere bei Industrie 4.0 helfen die Ergebnisse aus der Forschung den Unternehmen entscheidend zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit im Interesse des Wirtschaftsstandorts Deutschland.«

In der hochkarätigen Runde rückte ZVEI-Vorstandsmitglied Gunther Koschnick einen weiteren grundsätzlichen Aspekt ins Licht: »Die Elektroindustrie ist in einer Schlüsselposition für die Energiewende – sowohl in der eigenen Branche als auch darüber hinaus. Mit Innovationen und Technologien bereitet die Branche den Weg zu einer All-Electric-Society und einer CO2-neutralen Industrie.«

Konsequent in Digitalisierung investieren

Abschließend erklärte Sandra Weeser, Abgeordnete und Obfrau im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages: «Unternehmen müssen konsequent in die Digitalisierung investieren, Automatisierungspotenziale nutzen und ihre Geschäftsmodelle neu ausrichten. ... Doch neben der Privatwirtschaft müssen auch Bund und Länder in Zukunft stärker als bisher in die digitale Infrastruktur unserer Republik investieren.«

Im Anschluss an das Zukunftsgespräch besuchten die Teilnehmer das Werk und das Rittal Innovation Center, das mit über 250 vernetzten Maschinen und Anlagen auf der Basis einer integrierten 4.0-Konzeption gebaut wurde.

 


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