Bildverarbeitungstechnik

Sony baut seine Führungsposition bei CMOS-Bildsensoren aus

4. August 2026, 16:57 Uhr | Andreas Knoll
Application-level competition is becoming more differentiated, with the various markets reflecting distinct supplier structures.
Der Wettbewerb auf Anwendungsebene wird immer differenzierter, wobei die verschiedenen Märkte unterschiedliche Anbieterstrukturen widerspiegeln.
© Yole Group 2026

Laut Yole Group hatte Sony im Jahr 2025 einen Anteil von fast der Hälfte am weltweiten Umsatz mit CMOS-Bildsensoren, halten chinesische Anbieter jetzt nach japanischen den zweitgrößten Anteil und birgt der KI-getriebene Speicher-Upcycle ein neues Risiko für die Lieferkette in der Bildverarbeitung.

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Die Yole Group, ein Marktforschungs- und Strategieberatungs-Unternehmen, hat ihren neuesten Bericht »Status of the CMOS Image Sensor Industry 2026« veröffentlicht, der eine umfassende Analyse der Markt-, Technologie- und Ecosystem-Trends bietet, welche die Zukunft der CMOS-Bildsensor-Branche prägen, einschließlich Prognosen zu Umsatz, Auslieferungen, Durchschnittspreisen und Waferproduktion bis 2031.

Sony hatte im Jahr 2025 einen Anteil von rund 50 Prozent am weltweiten Umsatz mit CMOS-Bildsensoren, gewann deutlich an Marktanteil und rückte seinem langjährigen Ziel, die Marktführerschaft zu übernehmen, näher. Diese Entwicklung wurde vor allem durch den Bereich Premium Mobile Imaging, die Nachfrage im Zusammenhang mit Apple, größere optische Formate, Sensoren mit höherer Auflösung sowie fortschrittliche Stacked-Architekturen vorangetrieben.

Samsung bleibt der zweitgrößte Anbieter von CMOS-Bildsensoren, doch sein Umsatz stagniert weitgehend, was auf den stärkeren Wettbewerb durch Sony im Bereich der Premium-Smartphones sowie durch chinesische Anbieter im Mittel- und Niedrigpreissegment zurückzuführen ist.

Omnivision bestätigte sein Wachstum mit zweistelligen Zuwächsen, während SmartSens dank der Expansion in den Bereichen Mobilfunk, Sicherheit, Automobil und Verbraucheranwendungen die stärkste Dynamik unter den großen Akteuren erreichte.

Im Gegensatz dazu verzeichnete onsemi angesichts des zunehmenden Wettbewerbs auf dem Automobilmarkt einen Rückgang, und SK Hynix baute seinen Fokus auf CMOS-Bildsensoren weiter ab und lenkte Ressourcen in sein Kerngeschäft, den Speicherbereich, um.

China hat sich nach Japan zum zweitgrößten Standort von CMOS-Bildsensor-Anbietern entwickelt und Südkorea im globalen Umsatz-Ranking überholt, was den im letztjährigen Bericht prognostizierten Trend bestätigt: Sony und chinesische CMOS-Bildsensor-Anbieter gewinnen Marktanteile hinzu, während koreanische und einige westliche Anbieter Marktanteile verlieren. Chinas Aufstieg wird von Omnivision, SmartSens, GalaxyCore und Gpixel getragen, die von der starken Inlandsnachfrage in den Bereichen Smartphones, Sicherheit, Automobilindustrie, Drohnen, Robotik, AIoT und Smart Home profitieren.

Im Mobile-Bereich dominiert Sony mit einem Marktanteil von 57 Prozent und liegt damit weit vor Samsung, während Omnivision, SmartSens, GalaxyCore und STMicroelectronics spezifische Chancen im Mobile- und Sensor-Business nutzen. Im Productivity-Bereich bleibt Sony führend, auch wenn das Wachstum nach der Normalisierung des Marktes für PCs, Tablets und Webcams nach der Corona-Pandemie begrenzt ist.

In der Consumer-Fotografie konzentriert sich der Markt nach wie vor stark auf Sony und Canon, während Omnivision, GalaxyCore, SmartSens, Samsung und Himax im Bereich Smart-IoT führend sind. Dieses spezialisierte Ecosystem und die Strategien der einzelnen Akteure verdeutlichen die Bedeutung von Kostenwettbewerbsfähigkeit, kompakten Formaten und der Präsenz bei chinesischen OEMs. Im Sicherheitsbereich führen SmartSens und Omnivision einen stark fragmentierten Markt an, der durch den Einsatz mehrerer Kameras geprägt ist. In der Industrie schließlich bleibt Sony dominant, während onsemi, Teledyne, Gpixel und Hamamatsu starke Positionen bei leistungsstarken Anwendungen mit langem Lebenszyklus behaupten.

Andererseits könnten sich einige Herausforderungen ergeben. Die durch KI getriebene Nachfrage nach HBM und fortschrittlichem DRAM verknappt das Speicherangebot und treibt die Speicherpreise in die Höhe, während Speicherhersteller auf margenstärkere Business-Möglichkeiten setzen. Dies kann sich indirekt auf das CMOS-Bildsensorgeschäft auswirken – über die Waferzuteilung, die Kosten für Logik und Speicher, gestapelte Architekturen, Puffer und die Roadmaps für Kameramodule.

Für Gerätehersteller, Investoren und Technologieanbieter ist es heutzutage wichtiger denn je, zu verstehen, wo die nächsten Wachstumssegmente und die nächsten Risiken in der Lieferkette liegen. Der Bericht »The Status of the CMOS Image Sensor Industry 2026« der Yole Group soll die Marktinformationen und technologischen Einblicke liefern, die erforderlich sind, um sich in dieser sich rasch entwickelnden Landschaft zurechtzufinden.

Anas Chalak, Market & Technology Analyst Imaging at Yole Group.

Anas Chalak, Markt- und Technologieanalyst für Bildverarbeitung bei der Yole Group.

© Yole Group

»Chinas Aufstieg ist nicht nur marktgetrieben, sondern auch durch die Lieferkette bedingt«, erläuterte Anas Chalak, Markt- und Technologieanalyst für Bildverarbeitung bei der Yole Group. »Tatsächlich kombinieren chinesische Anbieter von CMOS-Bildsensoren zunehmend den Zugang zu heimischen Foundries, internationale Fertigungswege und engere Verbindungen zu lokalen Herstellern von Kameramodulen, um Kosten, Zertifizierung und Markteinführungszeit zu optimieren.«

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