Drohnendetektion

Sensorfusion soll Lücken bei Drohnenüberwachung schließen

18. August 2026, 08:13 Uhr | Nicole Wörner
Adobe Schmuckbild Drohne - Zwei Männer erproben eine Drohne, die im Vordergrund dargestellt ist
© stock.adobe.com/Gorodenkoff

Für die zivile Drohnendetektion reicht eine reine Funkanalyse nicht aus. Für die Sicherheitsexperten von Hensec ist ein Sensormix hierfür unerlässlich.

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Der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle rückt die Frage nach der Erkennung und Bewertung unbemannter Fluggeräte in den Fokus. Für Unternehmen und Betreiber kritischer Infrastrukturen reicht es laut dem Karlsruher Sicherheitsunternehmen Hensec nicht aus, ein unbekanntes Flugobjekt lediglich zu erkennen. Benötigt werde ein belastbares Lagebild, das unter anderem Aufschluss über Position, Bewegungsrichtung, Art des Flugobjekts und eine mögliche Nutzlast gibt.

Dabei unterscheiden sich die Anforderungen von militärischen und zivilen Anwendungen. Während im militärischen Einsatz eine schnelle Erkennung und Reaktion im Vordergrund steht, müssen zivile Betreiber vor allem Informationen für die Gefährdungsbewertung und die Zusammenarbeit mit Behörden bereitstellen. Dazu gehören auch eine nachvollziehbare Dokumentation und die Klassifizierung des Flugobjekts.

Funkanalyse hat technische Grenzen

Eine reine Analyse von Funksignalen zwischen Drohne und Fernsteuerung kann laut Hensec nicht alle Szenarien abdecken. Manipulierte oder speziell angepasste Drohnen können auf nicht standardisierten Frequenzen arbeiten. Auch vorprogrammierte oder autonom fliegende Systeme können ohne dauerhaft aktive Steuerverbindung auskommen. Bei Funkstille oder unbekannten Übertragungsverfahren bleibt ein ausschließlich funkbasiertes System daher unter Umständen ohne verwertbare Daten.

Eine breitbandige Echtzeit-RF-Analyse kann dagegen vorhandene Funkverbindungen erfassen und in geeigneten Fällen Hinweise auf die Drohne oder den Standort des Operators liefern. Voraussetzung dafür ist ein auswertbares Signal.

Sensoren sollen sich ergänzen 

Hensec setzt deshalb auf die Kombination verschiedener Sensoren. Neben der Funkanalyse können Passiv-Radar-Systeme Objekte unabhängig von deren Funkaktivität erkennen. Je nach Umgebung und Risikoprofil lassen sich zusätzlich optische Systeme, Wärmebildkameras oder akustische Sensoren einsetzen.

Die Sensorfusion soll Erkennungslücken und Fehlalarme reduzieren. Welche Kombination erforderlich ist, hängt laut Hensec unter anderem von Gelände, Bebauung, Vegetation, Funkstörungen und den zu schützenden Bereichen ab. Vor der Installation sollten zudem mögliche Anflugkorridore, bestehende Sicherheitsprozesse sowie Datenschutz und Zuständigkeiten berücksichtigt werden.

Kameras liefern zusätzliche Informationen

Optische Systeme können erkannte Objekte automatisch verfolgen und Merkmale erfassen, die eine Funkanalyse nicht liefert. Dazu zählen beispielsweise Bauform, Farbe, Flugverhalten und eine mögliche Nutzlast. Bild- und Videodaten können außerdem den zeitlichen Ablauf eines Vorfalls dokumentieren und im Rahmen der geltenden Datenschutz- und Beweisregeln für Ermittlungen gesichert werden.

Für Flughäfen empfiehlt Hensec insbesondere ein mehrschichtiges System aus Passiv-Radar, hochauflösender Tag-, Nacht- und Wärmebildtechnik sowie breitbandigen RF-Peilsystemen. Weitere Sensoren könnten das Lagebild abhängig vom Standort ergänzen.

Technik muss in Sicherheitskonzept eingebunden sein

Neben der technischen Ausstattung seien klare Alarm- und Eskalationswege, geschultes Personal sowie eine datenschutzkonforme Dokumentation erforderlich. Ebenso sollten Schnittstellen zu Polizei und zuständigen Behörden vorab abgestimmt werden.

»Wer den Luftraum über seinem Gelände kennt, kann schneller und fundierter entscheiden – unabhängig davon, welche behördlichen Maßnahmen anschließend eingeleitet werden«, , sagt Hensec-Inhaber Kevin Heneka.

 

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