Eine russische Kamikazedrohne griff im Juli eine Tankstelle an – ohne dass ein Mensch am Steuerknüppel saß. Forensiker sind sich sicher: Die finale Zielentscheidung traf allein die künstliche Intelligenz an Bord. Und auch die Ukraine hat mit autonomen Drohnen längst eigene Testläufe hinter sich.
Es ist der Moment, vor dem Forscher seit Jahren warnen: Eine Maschine entscheidet gänzlich allein, wer stirbt. Am 6. Juli 2026 steuerte eine russische Kamikazedrohne vom Typ Molnija-2 eine Tankstelle in Saporischschja an. Auf den letzten Metern, so rekonstruierten es Forensiker und Rüstungsexperten später, wählte ein an Bord verbautes KI-System – gesteuert über einen Nvidia-Minicomputer – eigenständig sein Ziel. Die Drohne prallte in eine Mauer und detonierte. Drei Zivilisten starben, darunter die 19-jährige Studentin Tetiana Bubynets. Nvidia sagt gegenüber der New York Times, dass man die Produkte in Russland nicht verkaufe, es aber einen großen Wiederverkaufsmarkt gebe, über den man keine Kontrolle habe
Was diesen Angriff von den täglich Hunderten russischen Drohneneinsätzen unterscheidet: Laut ukrainischen Militärexperten traf hier erstmals nachweislich keine Funkverbindung, kein Mensch am Joystick die finale Entscheidung. Russland hat für 2026 die Produktion von 1,1 Millionen Molnija-Drohnen angeordnet und setzt täglich 300 bis 400 davon ein – zunehmend mit autonomer Zielerfassung, um sie gegen elektronische Störsender immun zu machen.
Doch auch die Ukraine ist kein unbeteiligter Zuschauer dieser Entwicklung. Bereits 2024 sollen laut Drohnenhersteller Alexander Kokhanovskyy zehn vorprogrammierte Quadcopter bei einem Testlauf nahe Bachmut selbstständig russische Soldaten angegriffen und getötet haben – ganz ohne Videoübertragung oder menschliches Eingreifen. Offiziell verbietet Kiew den KI-Einsatz in der finalen Zielphase; Kommandeure betonen, man setze im Regelfall nur halbautonome Systeme ein, bei denen Menschen die letzte Entscheidung treffen.
Die Grenze zwischen Entscheidungshilfe und echter Tötungsautonomie verschwimmt damit auf beiden Seiten der Front zusehends. UN-Generalsekretär António Guterres und Papst Leo XIV. fordern ein internationales Verbot – bislang ohne Ergebnis. Der Ukraine-Krieg ist zum weltweiten Testfeld für autonome Waffen geworden, und Militäranalysten warnen: Je billiger und störresistenter die Systeme werden, desto mehr Streitkräfte weltweit dürften diesen Schritt wagen.
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