DLR-Analyse 2025

Bis zu 160 Mio. Euro Schäden durch Drohnenvorfälle

8. Juni 2026, 14:32 Uhr | Nicole Wörner
Quantifizierung wirtschaftlicher Schäden durch unautorisierte Drohnenflüge an Flughäfen
© DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Störungen durch unautorisierte Drohnenflüge haben den Flugbetrieb an deutschen Flughäfen im Jahr 2025 erheblich beeinträchtigt.

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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beziffert den daraus entstandenen betriebswirtschaftlichen Mindestschaden für die Luftverkehrswirtschaft auf rund 60 Mio. Euro. Unter Einbeziehung von Netzwerkeffekten und potenziell drohnenbedingten Flugausfällen steigt die Schätzung auf bis zu 160 Mio. Euro.

Grundlage der Analyse sind 226 beim Luftfahrt-Bundesamt gemeldete Drohnenereignisse. Daraus identifizierte das DLR 116 relevante Störfälle an 25 Verkehrsflughäfen. Besonders betroffen waren große internationale Drehkreuze und Verkehrsflughäfen. Rund 70 Prozent der etwa 200 erfassten Flugumleitungen standen im Zusammenhang mit Vorfällen an diesen Standorten.

Unterschiedliche Auswirkungen je nach Flughafentyp

Große Flughäfen reagierten laut DLR häufig mit der Sperrung einzelner Start- und Landebahnen. Kleinere Verkehrs- und Regionalflughäfen mussten dagegen häufiger den gesamten Betrieb einstellen, weil dort meist nur eine Piste zur Verfügung steht.

Die Folgen reichten von Verspätungen und Warteschleifen über Flugumleitungen bis hin zu Teil- oder Komplettschließungen. Dadurch entstanden zusätzliche Kosten für Fluggesellschaften, etwa durch längere Flugzeiten, höheren Treibstoffverbrauch, Passagierbetreuung und Ersatzbeförderungen. Flughäfen verzeichneten Einnahmeausfälle durch entfallene Flugbewegungen sowie im Bereich Handel, Gastronomie und Parken.

Netzwerkeffekte erhöhen die Kosten

Für die Schadensberechnung berücksichtigte das DLR Verspätungs-, Umleitungs- und Annullierungskosten. Die Analyse zeigt, dass insbesondere Netzwerkeffekte die wirtschaftlichen Folgen verstärken. Bereits kurze Störungen können sich aufgrund eng getakteter Flugpläne auf zahlreiche nachfolgende Verbindungen auswirken.

Nach Angaben des DLR zählen die mehrtägigen Einschränkungen am Flughafen München im Oktober sowie ein größerer Vorfall am Flughafen Frankfurt im Juli zu den bislang schwerwiegendsten drohnenbedingten Störungen im deutschen Luftverkehr.

Bedarf an Detektions- und Abwehrsystemen

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Zahl von Drohnenvorfällen arbeitet das DLR an Technologien zur Erkennung und Abwehr unbemannter Fluggeräte. Die Entwicklungen werden unter anderem am Nationalen Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme in Cochstedt getestet.

DLR-Luftverkehrsexperte Florian Linke sieht in den Ergebnissen auch eine Grundlage für Kosten-Nutzen-Analysen von Investitionen in Drohnendetektions- und Drohnenabwehrsysteme.

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