Stromerzeugung mit Null-Emissions-Bilanz in der größten Biogasanlage Italiens

4 MW Strom aus einer Biogasanlage

23. Mai 2013, 11:00 Uhr | Andreas Knoll
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Wie wird Biogas erzeugt?

Biogas entsteht durch »anaerobe Vergärung«, also durch den mikrobiellen Abbau von Biomasse. Dabei setzen methanbildende Bakterien die Kohlenhydrate, Proteine und Lipide, die im der Anlage zugeführten Gärsubstrat enthalten sind, unter anaeroben Bedingungen (ohne Sauerstoff) in Methan und Kohlendioxid um. Das so erzeugte Biogas besteht zu 55 Prozent aus Methan und kann zur gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung (Kraft-Wärme-Kopplung) in BHKW mit Verbrennungsmotoren wie in Bondeno genutzt werden. Die Energieerzeugung aus Biogas ist klimaneutral: Das durch die Verbrennung von Biomethan entstehende CO2 gleicht die Menge des in die Atmosphäre ausgestoßenen Kohlendioxids aus, weil das CO2 aus der Biogasverbrennung in derselben Menge vorher von den Pflanzen aus der Luft gebunden (oder von Tieren indirekt über die Pflanzen aufgenommen) wurde. Im Gegensatz dazu wird bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe neues CO2 emittiert. Als weiterer ökologischer Vorteil wird bei der Verwendung von Biogas verhindert, dass das bei der Verwesung von Tierkörpern bzw. bei der Fäulnis von Pflanzen freigesetzte Methan in die Troposphäre gelangt: Methan ist eines der gefährlichsten Treibhausgase; seine durch die Verbrennung hervorgerufene Aufspaltung in CO2 und Wasser ist also wünschenswert.

Außerdem nutzen die BHKW die Abwärme des Motorbetriebs, um die Wirtschaftlichkeit zu garantieren und einen Gesamtwirkungsgrad von über 90 Prozent zu erzielen. »Biogas wird vorwiegend durch Tieftemperaturrektifikation (Kryotechnik) getrennt; der hohe Mittelspannungsstrom wird in das ENEL-Stromnetz eingespeist: Beide Systeme werden von CPL Concordia geliefert«, erklärt Omar Mazzuchelli, der Service-Verantwortliche des Unternehmens. »Durch den Beitrag von CPL Concordia zur direkten Errichtung von Mittelspannungs-Stromleitungen - alternativ zu den ENEL-Leitungen - ließ sich die Anlage sechs Monate vor dem geplanten Termin in Betrieb nehmen.«

Die Produktionsanlagen

Die Produktionsanlagen bestehen aus vier BHKW des Typs »Sincro 1000« mit einer elektrischen Leistung von 999 kW und Betriebsprognosen von mindestens 8500 Stunden jährlich: Die erzeugte Energie wird auf über 8 Mio. kWh pro Motor für insgesamt 32 Mio. kWh geschätzt.

Die Anlage arbeitet mit Jenbacher-Motoren des Typs JGS 320 GS-BL, Version C25, die sich durch Zuverlässigkeit, hohen Wirkungsgrad und niedrige Emissionen auszeichnen. Die Betriebszeit der Motorbauteile bis zur Generalüberholung beträgt 60.000 Stunden.

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