TDK-Lambda erhöht Produktionskapazitäten

»Fokus bleibt das Industriesegment«

12. Dezember 2022, 15:00 Uhr | Engelbert Hopf
Hatta TDK
Hatta Masaharu, TDK-Lambda: »Wir haben in diesem Jahr die weltweite Produktionskapazität gegenüber 2021, unter anderem auch durch Investitionen in Großbritannien und Israel, um 40 Prozent erhöht. Weitere Investitionen werden in den Ausbau der Produktionskapazitäten für DIN-Schienen-Netzteile in Asien fließen.«
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Historisch ein AC/DC-Unternehmen

TDK-Lambda galt lange Zeit als Marktführer für Industriestromversorgungen. Eine Position, die Mean Well inzwischen für sich reklamiert. Welche Strategie verfolgen Sie zukünftig bei den Industriestromversorgungen?

Im Bereich der Industriestromversorgungen kommen die taiwanischen und chinesischen Stromversorgungshersteller, inklusive Mean Well, immer stärker auf. Ungeachtet dessen werden wir unseren kundenorientierten Ansatz in unseren fünf Weltregionen weiter vorantreiben und unser Geschäft mit Industriestromversorgungen weiter ausbauen.

TDK-Lambda ist aus historischen Gründen ein AC/DC-Unternehmen. Wie hoch ist Ihr aktueller Anteil bei AC/DC? Auf welche Produktgruppen stützt sich dieser vor allem, und wo sehen Sie den Sweetspot für Ihre AC/DC-Produkte?

AC/DC-Produkte machen rund 80 Prozent unseres Umsatzes aus. Open-Frame- und Embedded-Stromversorgungen stehen dabei für 65 Prozent unseres Umsatzes. In Zukunft werden wir unser Engagement bei den Embedded-Stromversorgungen noch verstärken, wir werden aber auch unser Engagement im Bereich DIN-Schienen-Netzteile und Laborstromversorgungen weiter konzentriert ausbauen. Der Sweetspot unserer existierenden Produktpalette liegt bislang vor allem im Bereich 200 bis 600 W Ausgangsleistung.

Zu Ihren Stärken zählen auch Stromversorgungen für die Medizintechnik. Sie werden normalerweise zu den Industriestromversorgungen gezählt. Wie stark ist TDK-Lambda in diesem Segment?

Stromversorgungslösungen für die Medizintechnik tragen aktuell etwa 20 Prozent zu unserem Stromversorgungsumsatz bei.

Können Sie uns noch etwas zur aktuellen Umsatzverteilung nach Regionen sagen? Welche Bedeutung hat hier Europa für Sie, und sehen Sie die Chance, den Umsatzanteil hier noch spürbar zu steigern?

Bezogen auf ihren Umsatzanteil liegen die USA und Europa für uns fast gleichauf. Unsere wichtigste Umsatzregion ist Asien und der am schnellsten wachsende Regionalmarkt ist für uns China. Wir haben eine Reihe vielversprechender Neuentwicklungen für Europa, die wir demnächst auf den Markt bringen werden, und die unseren Umsatz in Europa aber auch weltweit voranbringen werden. Unser Engagement für Europa lässt sich auch an unseren Investitionen für den Ausbau der Fertigung sowohl in Großbritannien als auch in Israel ablesen.

Ich gehe davon aus, dass TDK-Lambda kaum im Segment Consumer aktiv ist. Welches sind Ihre wichtigsten Abnehmerbranchen?

Wir sind weder im Consumer- noch im Automotive-Markt vertreten. Unser Fokus richtet sich fast ausschließlich auf das Industriesegment inklusive Medizintechnik.

Wichtige Anwendungsbereiche in der Industrieelektronik sind für uns Halbleiterfertigungsequipment, Fabrikautomation, Robotik, Batterieproduktion sowie Energiesektoren, die mit dem Laden und Entladen von Batterielösungen verknüpft sind.

In den vergangenen zwei Jahren haben sich die Lieferzeiten stark erhöht. Die Book-to-Bill-Ratio bei TDK-Lambda lag teilweise bei 1.6. Registrieren Sie aktuell eine Entspannung der Situation?

Sowohl als auch. Wir sehen sowohl eine leichte Entspannung, was die Versorgung mit Material und Bauelementen für unsere Stromversorgungsproduktion betrifft, wir sind aber auch weiterhin mit einer anhaltenden massiven Nachfragesituation konfrontiert. Die Auftragslage stabilisiert sich, die Versorgungslage verbessert sich, in der Folge sinkt unsere Book-to-Bill-Ratio wieder. Ich gehe daher davon aus, dass sich unsere Lieferzeiten 2023 weiter verbessern werden.

Mit der Verlängerung der Lieferzeiten gingen weltweit Pläne zum Ausbau der Produktionskapazitäten einher. In welchem Maße hat TDK-Lambda in den letzten Jahren seine Produktionskapazitäten erhöht?

Wir haben unsere Produktionskapazitäten in verschiedenen Fertigungsstätten erhöht. Unser Ziel ist es, die Produktion 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent zu steigern. Und wir planen unsere Produktionskapazitäten in Asien weiter auszubauen, um dort DIN-Schienen-Netzgeräte zu produzieren. Im Zuge der Anstrengungen dieses Jahres haben wir unser »paralleles Produktionssystem« verstärkt, das es uns erlaubt, Produkte an verschiedenen Stellen auf der Welt zu produzieren, für den Fall, dass es zu lokalen Lockdowns oder anderen, unvorhersehbaren Ereignissen kommt.

Unvorhersehbare Ereignisse. Der wirtschaftspolitische Konflikt zwischen den USA und China zeigt keine Anzeichen der Entspannung. Wie wichtig ist in diesem Zusammenhang China als Markt und Produktionsstandort für TDK-Lambda?

Alle fünf Weltregionen sind für uns gleichbedeutend. China ist für uns ein großer Markt und ein hoher Anteil der dort gefertigten Produkte geht in den lokalen chinesischen Markt. Wir werden auf die zukünftige Entwicklung flexibel reagieren.


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