Der Spectaris-Verband setzt sich für ein eigenständiges Förderprogramm für Photonik im nächsten europäischen Forschungsrahmenprogramm FP10 (2028 bis 2034) ein.
Nach Angaben des Verbands haben Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) und des Bundesforschungsministeriums (BMFTR) zugesagt, sich auf europäischer Ebene für dieses Anliegen einzusetzen.
Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer und der Leiter des Fachverbands Photonik, Dr. Wenko Süptitz, hatten dazu im Juni Gespräche mit Vertretern beider Ministerien geführt. Ziel ist es, Photonik als eigenständigen Schwerpunkt im künftigen EU-Forschungsrahmenprogramm zu verankern.
Nach Angaben des Verbands hat China seinen Anteil an der weltweiten Photonik-Produktion inzwischen auf 32 Prozent ausgebaut. Europa und die USA erreichen jeweils 15 Prozent. Deutschland nimmt innerhalb Europas eine führende Rolle ein: Die Branche beschäftigt knapp 190.000 Menschen, erwirtschaftet einen Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro und erzielt eine Exportquote von 76 Prozent.
Parallel dazu hat die europäische Technologieplattform Photonics21 ihre neue Strategische Forschungs- und Innovationsagenda (SRIA) an die Europäische Kommission übergeben. Nach Angaben von Spectaris fordert Photonics21 für FP10 ein eigenständiges Photonik-Programm mit einem Fördervolumen von 2 Milliarden Euro. Dadurch sollen zusätzlich 6 bis 8 Milliarden Euro an privaten Investitionen mobilisiert werden.
Spectaris unterstützt zudem die Aktivitäten des europäischen Photonikverbands EPIC, der weitere EU-Mitgliedstaaten für die Forschungsziele von Photonics21 gewinnen will.
Der Verband verweist darauf, dass Photonik eine Schlüsselrolle für Anwendungen in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Medizintechnik und Energietechnik spielt. Gleichzeitig kritisiert Spectaris unter Verweis auf die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), dass Photonik in der deutschen Hightech-Agenda bislang nicht ausreichend berücksichtigt werde.